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SOS Erkältung: Die besten Hausmittel gegen Husten und Schnupfen

Die Nase ist zu, der Husten nervt und du fühlst dich einfach nur elend. Erkältungen kommen immer zum blödesten Zeitpunkt – und bevor du zur Apotheke rennst, lohnt sich ein Blick in die Hausmittel-Kiste. Denn viele der wirksamsten Mittel gegen Husten und Schnupfen hast du wahrscheinlich schon zu Hause. Von Omas Zwiebelsirup bis zum Power-Ingwertee: Hier kommen die besten natürlichen Helfer gegen Erkältungen.

Warum Hausmittel bei Erkältungen so gut funktionieren

Eine Erkältung wird durch Viren verursacht – und gegen Viren helfen Antibiotika nicht. Erkältungsmedikamente aus der Apotheke bekämpfen nur die Symptome, nicht die Ursache. Dein Immunsystem muss die Arbeit selbst erledigen.

Hausmittel unterstützen genau diesen Prozess: Sie lindern Symptome, stärken die Abwehr und helfen deinem Körper, schneller gesund zu werden. Und das Beste: Sie kosten fast nichts und haben in der Regel keine Nebenwirkungen.

1. Zwiebelsirup gegen Husten – Omas Geheimwaffe

Der Zwiebelsirup ist vielleicht das bekannteste Hausmittel gegen Husten – und eines der wirksamsten. Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Verbindungen und Quercetin, die entzündungshemmend und antibakteriell wirken. In Kombination mit Honig entsteht ein natürlicher Hustenlöser, der erstaunlich gut schmeckt.

Rezept: Zwiebelsirup

  • 1 große Zwiebel in kleine Würfel schneiden
  • In ein Glas geben und mit 3-4 Esslöffeln Honig bedecken
  • Mindestens 4 Stunden (am besten über Nacht) ziehen lassen
  • Den entstehenden Sirup abseihen
  • 3-4 Mal täglich einen Esslöffel einnehmen

Hält sich im Kühlschrank ca. 2-3 Tage. Für Kinder unter einem Jahr: Honig durch Zucker ersetzen.

2. Nelken gegen Husten und Halsschmerzen

Gewürznelken sind ein unterschätztes Erkältungsmittel. Sie enthalten Eugenol – einen Wirkstoff, der schmerzstillend, entzündungshemmend und antibakteriell wirkt. In der Naturheilkunde werden Nelken seit Jahrhunderten gegen Halsschmerzen und Husten eingesetzt.

So verwendest du Nelken bei Erkältung

  • Nelke kauen: Einfach auf einer ganzen Gewürznelke kauen. Das betäubt leicht den Hals und wirkt schmerzlindernd.
  • Nelkentee: 3-4 Gewürznelken mit heißem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen. Mit Honig süßen.
  • Nelken-Dampfbad: Ein paar Tropfen Nelkenöl ins heiße Wasser für die Dampfinhalation geben.

Rezept: Nelken-Ingwer-Tee

  • 3 Gewürznelken
  • 3 cm frischer Ingwer, in Scheiben geschnitten
  • 1 Zimtstange
  • 500 ml heißes Wasser
  • Honig und Zitronensaft nach Geschmack

Alles zusammen 10-15 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee wärmt von innen und bekämpft Erkältungssymptome auf mehreren Ebenen.

3. Ingwer-Honig-Zitronen-Tee – der Klassiker

Dieser Tee ist der absolute Allrounder bei Erkältungen. Ingwer wirkt entzündungshemmend und wärmend, Honig hat antibakterielle Eigenschaften und Zitrone liefert Vitamin C. Zusammen bilden sie das perfekte Trio gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen.

Rezept: Power-Ingwertee

  • 5 cm frischen Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden
  • Mit 500 ml kochendem Wasser übergießen
  • 15-20 Minuten ziehen lassen (je länger, desto schärfer)
  • Auf Trinktemperatur abkühlen lassen
  • Saft einer halben Zitrone und 1-2 TL Honig einrühren

Trinke 3-4 Tassen täglich. Der Ingwer bringt dich ordentlich zum Schwitzen – genau das, was du bei einer Erkältung brauchst.

4. Dampfinhalation – befreit die Atemwege

Dampfinhalation ist eines der effektivsten Mittel gegen eine verstopfte Nase und festsitzenden Schleim. Der warme Dampf befeuchtet die gereizten Schleimhäute, löst Sekret und macht die Nase frei.

So inhalierst du richtig

  1. Koche einen großen Topf Wasser auf und lass es kurz abkühlen (ca. 70-80 Grad).
  2. Gib optional Zusätze hinzu: Kamillenblüten, ein paar Tropfen Eukalyptusöl, Thymian oder Meersalz.
  3. Beuge dich mit einem großen Handtuch über dem Kopf über den Topf.
  4. Atme 10-15 Minuten ruhig und tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.
  5. Vorsicht: Nicht zu nah rangehen, der Dampf ist heiß!

Wichtig bei Dampfinhalation

Bei kleinen Kindern ist die Topf-Methode wegen Verbrühungsgefahr nicht geeignet. Verwende stattdessen einen elektrischen Inhalator. Auch bei Asthma solltest du vorher deinen Arzt fragen, da ätherische Öle die Atemwege reizen können.

5. Nasenspülung mit Salzwasser

Die Nasendusche ist ein echtes Wundermittel bei Schnupfen und verstopfter Nase. Salzwasser spült Viren, Bakterien und Schleim aus der Nase und befeuchtet die Schleimhäute. Regelmäßige Nasenspülungen können sogar helfen, Erkältungen vorzubeugen.

Anleitung: Nasenspülung

  • Löse einen gestrichenen Teelöffel (9 g) Meersalz oder Kochsalz in 1 Liter lauwarmem, abgekochtem Wasser auf.
  • Fülle die Lösung in eine Nasendusche (gibt es in jeder Apotheke ab ca. 5 Euro).
  • Beuge dich über das Waschbecken, neige den Kopf leicht zur Seite.
  • Führe die Nasendusche an ein Nasenloch und lass die Lösung durchlaufen – sie kommt am anderen Nasenloch wieder raus.
  • Wechsle die Seite und schnäuze danach vorsichtig.

2-3 Mal täglich anwenden. Klingt gewöhnungsbedürftig, hilft aber enorm!

6. Brustwickel – Wärme, die heilt

Wickel gehören zu den ältesten Hausmitteln überhaupt und sind besonders in Österreich noch weit verbreitet. Sie wirken durch Wärme, Feuchtigkeit und – je nach Zusatz – durch die Inhaltsstoffe der verwendeten Substanzen.

Kartoffelwickel bei Husten

Koche 4-5 mittelgroße Kartoffeln weich, zerdrücke sie und wickle sie in ein Baumwolltuch. Lege den Wickel (Vorsicht, Temperatur prüfen!) auf die Brust und fixiere ihn mit einem Schal oder Handtuch. Die Kartoffeln speichern die Wärme sehr lange und geben sie gleichmäßig ab. 30-45 Minuten wirken lassen.

Quarkwickel bei Halsschmerzen

Zimmerwarmen Topfen fingerdick auf ein Baumwolltuch streichen und um den Hals legen. Mit einem Schal fixieren. Der Topfen wirkt kühlend und entzündungshemmend. Etwa 30 Minuten einwirken lassen oder bis der Topfen zu trocknen beginnt.

7. Holunderblütentee – der Fiebersenker

Holunderblüten sind ein traditionelles Erkältungsmittel, das in Österreich seit Generationen eingesetzt wird. Der Tee wirkt schweißtreibend und kann helfen, Fieber auf natürliche Weise zu senken. Außerdem stärkt er das Immunsystem und hat antivirale Eigenschaften.

Rezept: Holunderblütentee

  • 2 Teelöffel getrocknete Holunderblüten (aus der Apotheke oder selbst gesammelt)
  • Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen
  • 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen
  • Abseihen und mit Honig süßen
  • 2-3 Tassen täglich trinken, am besten vor dem Schlafengehen

Danach warm einpacken und schwitzen – das hilft dem Körper, die Erkältung auszuschwitzen.

8. Ätherische Öle bei Erkältung

Ätherische Öle können die Atemwege befreien und das Wohlbefinden bei Erkältungen deutlich verbessern. Die wirksamsten Öle bei Erkältung sind:

  • Eukalyptusöl: Befreit die Atemwege und wirkt schleimlösend. Perfekt für Dampfinhalation oder als Brusteinreibung (verdünnt mit einem Trägeröl).
  • Pfefferminzöl: Kühlt angenehm und hilft bei Kopfschmerzen. Ein Tropfen auf die Schläfen (verdünnt!) kann Wunder wirken.
  • Thymianöl: Stark antibakteriell und schleimlösend. Ideal für Brustwickel und Inhalationen.
  • Teebaumöl: Antiviral und antibakteriell. Einige Tropfen im Diffuser reinigen die Raumluft.
  • Lavendelöl: Beruhigend und schlaffördernd – wichtig, wenn die Erkältung dich am Schlafen hindert.

Vorsicht bei ätherischen Ölen

Ätherische Öle niemals unverdünnt auf die Haut auftragen. Immer mit einem Trägeröl (z.B. Mandelöl, Kokosöl) mischen. Bei Säuglingen und Kleinkindern keine mentholhaltigen Öle (Eukalyptus, Pfefferminze) verwenden – sie können Atemkrämpfe auslösen. Bei Schwangerschaft vorher den Arzt fragen.

9. Hühnersuppe und Vorbeugung

Hühnersuppe bei Erkältung ist kein Mythos. Studien belegen, dass sie Erkältungssymptome lindert, Flüssigkeit und Elektrolyte liefert. Koche sie frisch mit Hühnerknochen, Karotten, Sellerie und Knoblauch.

Zur Vorbeugung: Hände waschen (mindestens 20 Sekunden), Schleimhäute feucht halten, 7-8 Stunden schlafen, Vitamin D supplementieren (in Österreich im Winter oft nötig), regelmäßig moderat bewegen, Wechselduschen und Stress reduzieren.

Häufig gestellte Fragen zu Hausmitteln bei Erkältung

Was hilft schnell gegen Husten – Hausmittel?

Der selbstgemachte Zwiebelsirup ist eines der schnellsten und wirksamsten Hausmittel gegen Husten. Auch warmer Honig mit Zitrone, Thymiantee und das Kauen auf einer Gewürznelke helfen akut gegen Hustenreiz.

Welcher Tee hilft am besten bei Erkältung?

Ingwertee mit Honig und Zitrone ist der Allrounder. Bei Husten hilft Thymiantee besonders gut, bei Halsschmerzen Salbeitee und bei Fieber Holunderblütentee. Am besten kombinierst du verschiedene Teesorten über den Tag.

Helfen Nelken wirklich gegen Husten?

Ja. Gewürznelken enthalten Eugenol, das schmerzstillend und entzündungshemmend wirkt. Du kannst auf einer Nelke kauen oder einen Nelkentee zubereiten – beides hilft bei Husten und Halsschmerzen.

Wie macht man einen Zwiebelsirup gegen Husten?

Eine Zwiebel klein schneiden, mit 3-4 Esslöffeln Honig bedecken und mindestens 4 Stunden (besser über Nacht) ziehen lassen. Den Sirup abseihen und 3-4 Mal täglich einen Esslöffel einnehmen.

Kann man bei Erkältung in die Sauna gehen?

Nein! Bei einer akuten Erkältung, besonders mit Fieber, ist Sauna tabu. Die Hitze belastet den ohnehin geschwächten Körper zusätzlich. Saunagänge sind aber eine gute Vorbeugung, wenn du gesund bist.

Hilft Zwiebel wirklich bei Erkältung?

Ja, Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Verbindungen, Flavonoide und Quercetin, die entzündungshemmend, antibakteriell und schleimlösend wirken. Neben dem Zwiebelsirup kann auch eine aufgeschnittene Zwiebel neben dem Bett die Atemwege befreien.

Wie oft sollte man bei Erkältung inhalieren?

Idealerweise 2-3 Mal täglich für jeweils 10-15 Minuten. Morgens und vor dem Schlafengehen sind besonders gute Zeitpunkte. Bei sehr empfindlichen Schleimhäuten reicht auch einmal täglich.

Welche Hausmittel helfen bei Schnupfen?

Nasenspülungen mit Salzwasser, Dampfinhalation mit Eukalyptusöl oder Kamille und eine aufgeschnittene Zwiebel neben dem Bett sind die effektivsten Hausmittel gegen Schnupfen. Auch viel trinken hilft, den Schleim zu verflüssigen.

Wann sollte man mit einer Erkältung zum Arzt?

Wenn das Fieber über 39 Grad steigt und länger als drei Tage anhält, bei Atemnot, eitrigem Auswurf, starken Ohrenschmerzen oder wenn die Symptome nach 7-10 Tagen nicht besser werden. Auch bei Vorerkrankungen lieber früher zum Arzt.

Sind Hausmittel bei Erkältung genauso wirksam wie Medikamente?

Bei einer normalen Erkältung oft ja. Studien zeigen, dass Honig bei Husten genauso wirksam sein kann wie Hustenstiller. Hausmittel unterstützen den Körper bei der Heilung, während Medikamente nur Symptome unterdrücken. Bei schweren Verläufen sind Medikamente aber manchmal nötig.

Fazit: Deine Küche ist die beste Apotheke

Bei einer normalen Erkältung brauchst du oft gar keine Medikamente aus der Apotheke. Zwiebeln, Ingwer, Honig, Nelken und Kräutertees – die wirksamsten Mittel gegen Husten und Schnupfen findest du in deiner Küche. Und das Beste: Sie kosten fast nichts und haben keine Nebenwirkungen.

Mein persönlicher Tipp: Wenn du merkst, dass eine Erkältung im Anmarsch ist, reagiere sofort. Trink einen starken Ingwertee, mache eine Dampfinhalation und geh früh ins Bett. Je schneller du reagierst, desto milder verläuft die Erkältung.

Aber vergiss nicht: Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn du dich nach einer Woche immer noch richtig schlecht fühlst oder die Symptome schlimmer werden, geh bitte zum Arzt. Dein Körper wird dir danken – egal ob du ihm mit Omas Zwiebelsirup oder mit moderner Medizin hilfst.