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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Etwas Neues ausprobieren: Meditieren, aber wie?

Ich habe mir im Rahmen einer Challenge vorgenommen, etwas ganz Neues auszuprobieren. Hier kommt mein Erfahrungsbericht nach 30 Tagen mit Meditation: Wohnungsputz und Klausurstoff sollten einem nicht durch den Kopf geistern, wenn man eigentlich am Boden sitzen und seinen Körper von Kopf bis Fuß spüren will. 

Vor kurzem habe ich das Buch Miracle Morning von Hal Elrod gelesen. Darin beschreibt der Autor, dass das Meditieren einer von den sechs Life S.A.V.E.R.S. ist, mit denen man angeblich alle seine Ziele erreichen kann. Wenn das nicht schon Ansporn genug ist, um sich selbst zu challengen und 30 Tage am Stück zu meditieren. Los geht’s!

Tag 0 – Meditation? Das ist doch was für Hippies!

So stelle ich mir Meditation vor © Tanja Holzer / MEINPLAN.at
 

Meditation - wie geht das? © iStockphoto / MEINPLAN.at.

 

Meine Einstellung zum Meditieren ist kritisch. Da sitze ich doch nur ein paar Minuten herum oder nicht? Warum meditieren Menschen überhaupt? Ich beginne mich zu informieren. Im Buch Miracle Morning, habe ich schon viel Wissenswertes über das Thema gelesen und auch im Internet werde ich fündig:

  • Am häufigsten meditieren Leute, um Stress abzubauen und ihre Gesundheit zu fördern – und das nicht grundlos.
  • Es gibt Studien, die eine Verbindung zwischen regelmäßiger Meditation und verbesserten Werten beim Stoffwechsel, Blutdruck, bei der Gehirnaktivität und anderen Körperfunktionen zeigen.
  • Meditation könne Stress mindern und Schmerzen lindern, sie sorge für einen erholsamen Schlaf, steigere die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit und könne sogar unser Leben verlängern.

Klingt vielversprechend. Wir werden sehen, ob sich davon etwas bemerkbar macht.

 

 

Tag 1 – Anspannung statt Entspannung

Entspannung? © Tanja Holter / MEINPLAN.at
 

Entspannung? © Tanja Holzer / MEINPLAN.at

 

Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit meinem inneren Schweinehund ziehe mein Sportgewand an und setze mich im Schneidersitz auf den Boden. Auf meinem Handy öffne ich die App headspace, eine der meistgenutzten Meditations-Anwendungen weltweit.

 

  • Ich drücke auf Play, schließe die Augen und vernehme kurze Zeit später eine Frauenstimme, die mir ins Ohr säuselt.
  • Sie sagt mir, dass ich tiefe Atemzüge nehmen soll. Das tue ich.
  • Sie verspricht mir, mit der Meditation mehr Klarheit im Kopf zu bekommen, mehr headspace.
  • Ich solle meinen Körper und Geist entspannen und den Raum um mich herum wahrnehmen.
  • Ich verstehe was sie meint, dennoch denke ich vor allem an den Staub, der meine Möbel einhüllt. Vielleicht sollte ich wieder einmal putzen. Dann höre ich das Hupen eines Autos und werde vom Straßenlärm abgelenkt.
  • Die Stimme sagt mir, dass ich im Geiste meinen Körper durchscannen soll. Keine Ahnung, wie ich das nun wieder machen soll. Ich bin überfordert und versuche auf alles gleichzeitig zu achten.

Nach den fünf Minuten öffne ich die Augen. Entspannung ist etwas Anderes.

 

 

Tag 11 – Vom Scheitel bis zu den Zehenspitzen

App headspace © Tanja Holzer / MEINPLAN.at
 

Meditieren mit der App headspace © Tanja Holzer / MEINPLAN.at

 

Ich habe mich glücklicherweise nicht an all den vergangen zehn Tagen so hilflos gefühlt wie am ersten Tag. Langsam nimmt die Überforderung ab und ich versuche nicht alles auf einmal zu bewältigen, sondern mir einzelne Aspekte herauszupicken und mich darauf zu konzentrieren. Der Grundlagenkurs von Headspace ist mittlerweile vorbei und ich switche zu der App 7Mind. Schließlich möchte ich verschiedene Meditationsapps ausprobieren.

 

  • Ich setze mich wieder auf den Boden und verschränke meine Beine wieder zu einem Schneidersitz.
  • Diesmal begrüßt mich eine männliche Stimme zu meiner täglichen Meditation.
  • Mittlerweile kann ich mich schon mehr auf meine Atmung konzentrieren. Ich ziehe die Luft durch die Nase ein und atme beim Ausatmen in die Teile des Körpers, die mir diktiert werden. In die Schultern, in die Arme, in die Hände – bis zu den Fingerspitzen. Ebenso von den Oberschenkeln bis zu den Zehenspitzen. Ich spüre, wie es an den jeweiligen Stellen kribbelt.
  • Es fällt mir zum ersten Mal leicht, mich auf meinen Körper zu konzentrieren.

 

Nach den fünf Minuten öffne ich meine Augen. Ich fühle mich leichter und spüre meinen Körper intensiver. Die Vorteile der Meditation scheinen langsam Wirkung zu zeigen.

 

 

Tag 21 – Hilft Meditieren in der Prüfungszeit?

Ortswechsel beim Meditieren © Tanja Holzer / MEINPLAN.at
 

Ortswechsel beim Meditieren © Tanja Holzer / MEINPLAN.at.

 

Nun meditiere ich schon drei Wochen, meine Gedanken habe ich aber immer noch nicht unter Kontrolle. Die Coaches betonen es immer wieder: Umso mehr man versucht, nichts zu denken, desto mehr denkt man. Sie raten, die Gedanken einfach zuzulassen. Doch vor allem jetzt in der Prüfungszeit, fliegen mir gefühlt doppelt so viele Gedanken um die Ohren.

 

Obwohl ich die Meditation an diesem heutigen, lernintensiven Tag am liebsten aus meiner Agenda gestrichen hätte, setze ich mich hin, schließe die Augen und folge den Anweisungen des Sprechers. Heute sitze ich auf der Couch, probiere ob der Ort der Meditation Auswirkungen auf die Entspannung hat. Die Gedanken rund um meine Prüfung möchte ich für kurze Zeit loswerden. Ich absolviere die fünf-minütige Meditation, atme bewusst ein und aus und spüre meinen Körper.

 

Danach öffne ich die Augen wieder. Meine innere Anspannung hat nachgelassen. Meine Gedanken für die Prüfung habe ich nicht vollkommen aus meinem Kopf verbannen können. Dennoch fühlt sich mein Kopf nicht mehr so schwer an wie vor der Mediation. Ich kann gestärkt in den Lerntag starten.

 

 

Tag 30 – Die letzte Meditations-Session

Die Prüfungsphase ist vorbei und ich bin echt froh, dass ich in dieser stressigen Zeit meditiert habe. Denn das Meditieren hat mich zwischenzeitlich dem Lernstress entzogen. Nun ist der letzte Tag des 30-Tage-Meditieren-Projekts angebrochen. Ich freue mich heute richtig zu meditieren.

 

Ein letztes Mal setze ich mich auf den Boden, schließe die Augen und atme tief durch. Ich absolviere meine letzte 5-Minuten-Meditation und lausche ein letztes Mal der Stimme meines Coaches. Schließlich stehe ich auf und starte energiegeladen in den Tag. Die heutige Meditationssession wird bestimmt nicht meine letzte gewesen sein.

 

 

Fazit – Ein wichtiges Werkzeug für den Alltag

Ich mache weiter! © Tanja Holzer / MEINPLAN.at
 

Ich werde weitermachen © iStockphoto / MEINPLAN.at.

 

Nach so kurzer Zeit ist es meiner Meinung nach nicht möglich zu sagen, ob etwas das Leben von jemanden verändert hat. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass Meditation ein wichtiges Werkzeug für meinen Alltag geworden ist – und das überrascht mich. Egal ob über Headspace, 7Mind, ein Youtubevideo oder in vollkommene Stille, Meditation hat mir in jeder Form geholfen. Sie hilft mir herunterzukommen und mich zu entspannen. Vor allem in der Prüfungszeit hat es mir geholfen, all die Informationen für kurze Zeit aus meinem Kopf zu streichen und mich voll und ganz auf mich zu konzentrieren. Ich freue mich schon auf meine nächste Meditation und kann meine nächste 30-Tage-Challenge kaum erwarten 😊

Tanja Holzer

Ich schreibe, lese und zerbreche mir gerne über Dinge den Kopf. Oft tanze ich verrückt vor dem Spiegel oder spaziere mit Kopfhörern in den Ohren durch die Welt. Daneben studiere ich Medienmanagement und sitze im Zug zwischen Linz und St. Pölten.

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