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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at
27.04.2022 | Raphaela Huber

Studienwechsel? - Mein Leben, meine Entscheidungen, meine Verantwortung!

Ein paar Semester studiert - doch gemerkt, dass es vielleicht nicht so das Wahre ist. Viel Zeit, Geld, Motivation und Gedanken hineingesteckt- doch was jetzt?

 

Genau davon kann ich nur allzu gut ein Lied singen

Ich habe sechs Semester Rechtswissenschaften studiert, drei Jahre voller Ups and Downs, viele Tränen, Zeiten der Verzweiflung und  der Angst hinter mir. Drei Jahre eine lange Zeit, wenn man sich bewusst wird, was in dieser Zeit alles so passiert ist. Ich habe mich nach der Matura bzw. eigentlich schon lange Zeit davor für das Studium der Rechtswissenschaften entschieden. Die Thematik hat mich immer schon fasziniert und seien wir uns ehrlich, ich wollte das Leben a la „Suits“ auf meine eigene Faust erleben und ein Teil davon werden.  

 

 
Dass es aber natürlich nicht wie im Film ist, und so manche Vorstellung leider nicht der Realität entsprach, wurde mir sehr schnell bewusst.
 
 

 

Zum Zeitpunkt des Wechsels, habe ich mir bereits selbst durch nebenbei arbeiten mein Leben finanziert. Dennoch war es unfassbar schwer diesen Schritt zu wagen und meinen Eltern und Freunden klarzumachen, dass es so nicht weitergehen könne. Durch den ersten Corona Lockdown fielen die alltäglichen Besprechungen mit Freunden und Studienkollegen in Mensa oder Hörsaal vorerst einmal weg. Doch genau diese so wichtigen Momente des Austausches hielten mich so lange motiviert dieses Studium durchzuhalten.

 

Im Sommer 2020 kam dann aber der entscheidende Punkt, in dem ich mir selbst eingestehen musste, dass weiteres Quälen nur wenig Sinn machen würde. Mir ging es zu diesem Zeitpunkt, wie sicher vielen anderen auch, psychisch nicht besonders gut und ich spürte die Auswirkungen der letzten Monate und Jahre der Verdrängung deutlich. Nun musste also ein anderes Studium her oder zumindest ein vorläufiger Plan.

 

Das Studium wechseln?

Vermutlich hätte der Prozess der Einsicht noch viel viel länger gedauert, hätten nicht meine engsten Freunde meine Veränderungen schon vor mir bemerkt und mich darauf hingewiesen. Wir waren alle in der gleichen Situation und doch stach ich irgendwie aus der Gruppe, in der das jahrelange Mitziehen und gegenseitige unterstützen in anstrengenden Phasen funktioniert hatte, heraus.

 

 
Ich war extrem verunsichert und überfordert, ein Wechsel des Studiums war in meinem Plan eigentlich nicht vorgesehen.
 
 

 

Schlussendlich musste ich doch die Reißleine ziehen und im Nachhinein bin ich unendlich dankbar für die Unterstützung meiner Liebsten. Der Tag der Exmatrikulation war alles andere als leicht und mit vielen Emotionen verbunden, denn schließlich gab ich etwas auf, woran ich solange festgehalten hatte. Lange hatte ich allerdings nicht Zeit etwas neues zu finden, da meine Arbeit mit dem Studium zusammenhing. Nach dem Durchforsten der Studienfächer und führen von Gesprächen entschied ich, dass meine Gesundheit vorerst, die höchste Priorität hatte. Ich musste und wollte meinem Körper und Geist eine Pause geben, um wieder klar denken zu können.

 

Auf mein Herz hören

Ich schrieb mich also für das erstbeste Studium ein. In meinem Fall war das Soziologie. Mittlerweile studiere ich im 4.Semester und bin mir nach wie vor sicher, dass es die richtige Entscheidung war diesen Schritt zu gehen und auf mein Herz zu hören. Ich habe dadurch gelernt, dass die eigene Gesundheit ernst zu nehmen ist und man sich selbst auch eingestehen darf, dass einem etwas zu viel ist, und es so nicht weitergehen kann. Nicht jeder erhält vielleicht die Unterstützung von außen die er bräuchte und auch ich musste mir viele negative Kommentare anhören. Meist von Menschen, die meinten, über mein Leben bestimmen zu können.

 

 
Man kann nicht alle zufriedenstellen. Der einzige Mensch der zufrieden sein sollte, bist du selbst.
 
 

 

Weisheiten, die mir den Wechsel erleichtert haben:

 

  • Man ist kein Versager wenn man sich selbst eingesteht, dass es vielleicht einfach nicht das Richtige ist.
  • Negative Kommentare werden in den meisten Fällen auf einen zukommen, doch wie bereits beschrieben, kann und sollte man nur sich selbst zufrieden machen.
  • Profitiere aus der Zeit, in der du bereits den Studentenalltag erlebt hast. Kennt man diesen, kann man viele Dinge nüchterner beurteilen, als vielleicht noch im 1.Semester.
  • Mein Leben, meine Entscheidungen, meine Verantwortung.
Raphaela Huber

Ich komme ursprünglich aus Vorarlberg, bin aber für mein Studium der Rechtswissenschaften ins wunderschöne Oberösterreich gezogen. In meiner eher begrenzten Freizeit liebe ich es, meine Freunde zu überraschen, zu reisen, zu backen und in guten Büchern zu schmökern.

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