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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at
29.04.2021 | Birgit Palzer

Tattoos & Kirche – passt das zusammen?

Eine Katholikin, die Tattoos trägt - echt ungewöhnlich! Doch das ist kein Widerspruch, oder?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt, bevor ich mir mein erstes Tattoo vor drei Jahren, eine Margerite am Handgelenk, stechen ließ. Seit mittlerweile eineinhalb Jahren arbeite ich für die Erzdiözese Salzburg und bin im Moment pastorale Mitarbeiterin in einem Pfarrverband.

 

Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, Tattoos und Kirche schließen sich nicht aus, ich bin der beste Beweis dafür.

 

Als Christin mit Tattoo falle ich auf

Natürlich falle ich mit meinen Tattoos auf und die wenigsten würden vermuten, dass ich in einer Pfarre arbeite oder Christin bin. Mit der Offenbarung, dass ich für die „Kirche“ arbeite, sorge ich regelmäßig für große Augen oder Köpfe, die ungläubig geschüttelt werden. Bei solchen Gesprächen merkt man erst, dass bestimmte Bilder von Kirche noch sehr stark in unserer Gesellschaft verbreitet sind. Für mich ein Grund, mit ganzem Stolz der Welt meine Tattoos zu zeigen.

 

Und es passiert ab und zu, dass ich mit Vorurteilen konfrontiert werde oder manchmal sagen auch Blicke mehr als tausend Worte. Dennoch verstecke ich meine Tätowierungen nicht, denn sie gehören zu mir, sie machen meine Identität aus und zeigen auch meinen Glauben.

 

 
Jedes einzelne meiner sechs Tattoos hat eine Geschichte, die ich den Menschen auch gerne erzähle, wenn sie mich danach fragen. Schon sehr oft waren meine Tattoos der Auslöser für wirklich tiefgehende Gespräche.
 
 

Und ja, auch wenn es wie ein Klischee klingt, es ist mir auch schon passiert, dass Menschen die Tattoos wegwischen wollen oder einfach nur die Haut angreifen, weil sie meinen, sie fühlt sich anders an.

 

Tattoos spiegeln meinen Glauben

Die meisten meiner Tätowierungen, bis auf eine, haben auf den ersten Blick nichts mit Religion und Glaube zu tun haben. Dennoch spiegeln sie, in ihrer jeweiligen Art und Weise meinen Glauben wider.

 

Ich nehme als Beispiel die Brombeeren auf meinem linken Unterarm, die auf den ersten Blick so gar nichts mit Glauben, Religion oder Gott zu tun haben. Wenn ich dieses Tattoo anschaue, dann erinnert es mich an meine Stärken (Talente) und Schwächen, die ich von Gott geschenkt bekommen habe. Die Früchte der Brombeere sind süß, sie stehen für meine Stärken und Talente. Die Dornen symbolisieren die Schwächen, aber auch mein verletzendes Verhalten anderen Menschen oder mir selbst gegenüber. Durch den Blick auf diese Tätowierung ist mir immer präsent, dass meine Mitmenschen, wie ich auch, unterschiedliche Stärken und Schwächen von Gott geschenkt bekommen haben.

 

Ein christliches Tattoo: Was ist das?

Mein Taufpate hat nach den ersten drei Tätowierungen einmal gesagt, jetzt fehlt nur noch ein christliches Symbol. Und er hatte Recht. Aber welches christliche Symbol, es gibt so viele davon? Ich habe mich für das Kreuz entschieden, da es für mich das Fundament meines Glaubens ist – Tod und Auferstehung von Jesus. Dieses Tattoo befindet sich am Rücken, es gibt mir Kraft und ich weiß, Gott ist immer an meiner Seite, er verlässt mich auch in schweren Zeiten nicht und er fällt mir nicht in den Rücken. Dieses Tattoo sehe ich selbst kaum, aber es ist da, so wie Gott immer da ist, auch wenn ich ihn nicht immer wahrnehmen kann.

 

Birgit Palzer

Geboren und aufgewachsen bin ich in der Steiermark. Ich habe Katholische Religionspädagogik an der Universität Salzburg studiert und absolviere gerade das pastorale Einführungsjahr in Gastein. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten in der Natur, mit Sport oder mit guten Gesprächen. Ich versuche, meinen Glauben in einer modernen Art und Weise zu leben. Das stellt mich jeden Tag aufs Neue vor Herausforderungen.

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