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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Wie Studienkollegen zu Freunden werden

Mit Studienkollegen über den Smalltalk hinausgehen und echte Freunde werden, gibt es dafür ein Geheimnis? Magdalena über Offenheit, Eigeninitiative und FruFrus - und was all das mit Freundschaften zu tun hat.

Es ist ein schwüler Augustabend, oder vermutlich müsste man schon Augustnacht sagen. Ich sitze mit drei meiner längsten und vertrautesten Freundinnen bei einem Gläschen Wein und zu viel Kuchen beisammen. Während die nächtliche Stille ihre eigene Geheimnishaftigkeit mit sich bringt, schleicht sich in unsere Gespräche eine Spur von Nostalgie ein und Fragen über Gott und die Welt stellen sich. Nicht wenige dieser Fragen haben die Freundschaft zum Thema.

 

Während des Studiums neue Freundschaften schließen?

Wie kann es sein, dass manche von uns während des Studiums neue Freundschaften geschlossen haben, während es anderen von uns nicht gelungen ist? Wir vier haben schon einige Semester am Buckel und obwohl wir in so vielem ähnlich gestrickt sind, könnten unsere sozialen Erfahrungen während unserer Studienzeit kaum unterschiedlicher sein.

 

Ich durfte die Erfahrung machen, dass es möglich ist.

 

Ich denke an all die Menschen, die ich während meines Studiums kennen- und auf freundschaftliche Art und Weise lieben gelernt habe. Ich weiß, dass ich mich in diesem Sinne glücklich schätzen darf. Was es mir dabei erheblich vereinfacht hat, nicht einfach nur Bekanntschaften zu machen, sondern richtige Freundschaften zu schließen, ist die Wahl meines Studiums. In der katholischen Fachtheologie sind wir ein kleines Grüppchen von Personen, die zusammen das Studium begonnen haben oder sich zu Vorlesungen und Seminaren zusammenfinden.

 

Da ich von Studienrichtungen weiß, in denen man nicht eine Gruppe von 20 StudentInnen ist, sondern eine Masse von 200, fällt es mir nicht schwer zu verstehen, was die Theologie bezüglich ihrer Gemeinschaft untereinander besonders macht. Aber die Erwartungen und die Realität entsprechen sich leider nicht immer.

 

Freundschaften, die in die Tiefe gehen

Den Verdruss, den meine Freundinnen nun zu später Stunde äußern, kann ich dennoch verstehen. Schon immer war ich ein Mensch, der bei Freundschaften nicht auf der Oberfläche stehen blieb, sondern in die Tiefe gehen wollte – bloße Bekanntschaften haben mir nie gereicht, Smalltalk war stets mein Albtraum. Doch genau das ist, was meine Mädels im Studienalltag erfahren. Dass ihre Erwartungen an das Sozialleben während ihres Studiums anders waren und es sie nun schmerzt, dass die Realität sich grob davon abweichend entwickelt hat, ist einleuchtend.

 

Gibt es ein Geheimnis hinter Freundschaften, die halten?

Es taucht die Frage auf, was man denn tun kann, um während der Studienzeit Freundschaften zu schließen, die Haltbarkeitscharakter haben.

 

Ja, was denn?

 

Der Wert der Offenheit für Freundschaften

Offenheit – das ist das Schlagwort, das mir zuallererst einfällt und ich dir mitgeben möchte. Wenn ich an all meine Freundschaften denke und wie sie entstanden sind, ist es diese Haltung, die die Entstehung maßgeblich geprägt hat. Offenheit darin, wie man dem anderen begegnet.

 

Offenheit beginnt dabei, dass man sich bei Lehrveranstaltungen bewusst entscheidet, heute jemand Neuem zu begegnen. Selbst dann, wenn das vermutlich oberflächlich beginnt – man muss im seichten Gewässer schwimmen lernen, bevor man den Zehn-Meter-Turm nutzen kann, um erfolgreich in die Tiefe einzutauchen, ohne unterzugehen oder sich dabei zu verletzen.

 

 
Offenheit beginnt dabei, dass man sich bei Lehrveranstaltungen bewusst entscheidet, heute jemand Neuem zu begegnen.

 

Sei neugierig auf die Personen um dich herum

Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan – aber trau dich. Trau dich, dich neben jemanden zu setzen, mit dem du noch nie ein Wort gewechselt hast, dudich aber vielleicht sogar schon seit ein paar Einheiten fragst, wie es wohl wäre, mit dieser Person ins Gespräch zu kommen oder etwas gemeinsam zu unternehmen. Trau dich, die erste Person zu sein, die etwas spricht. Frag nach! Sei neugierig – neugierig, diese Person kennenzulernen! Sei neugierig auf eure gemeinsame Zukunft! Hier kann etwas Wunderbares entstehen!

 

Auch ungewöhnliche Wege können zu neuen Freundschaften führen

Während ich diese Zeilen schreibe, denke ich daran, wie ich meinen jetzigen besten Freund kennenlernen durfte – und wie ich absolut nicht mit dieser Art und Weise gerechnet hätte: An einem ganz normalen Tag stand ich vor der Wiener Hauptuni, um auf eine Freundin zu warten, mit der ich verabredet war. Ein paar Meter von mir entfernt verteilten Personen FruFru-Joghurts zu Werbezwecken. Plötzlich steht jemand neben mir, ein bekanntes Gesicht – doch bisher nur aus der Ferne, fragt mich: „Du hast noch keins, oder?“, und drückt mir sein eigenes Joghurt in die Hand. Dann stellten wir uns vor – bisher kannten wir uns aus diversen Lehrveranstaltungen, die wir beide absolvierten, hatten jedoch noch nie nur ein einziges Wort gewechselt.

 

So sollte an diesem Tag ein FruFru die Welt von uns beiden nachhaltig verändern, denn diese Begegnung hat eine Freundschaft entstehen lassen, die keiner von uns missen möchte.

 

Trau dich, die Initiative zu ergreifen!

Magdalena Preineder

Gott, mein Ehemann und das Schreiben sind die drei großen Lieben meines Lebens. Wenn ich nicht gerade etwas für mein Theologiestudium erarbeite, findet man mich an der Gitarre, auf Pferderücken oder irgendwo zwischen Nonstop-Lachen und Deep-Talks führen mit Freunden. Seit kurzem blogge ich zudem auf meiner eigenen Website www.herzvoll.com.

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