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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at
04.08.2021 | Sommer | Xaver Seiringer

Wofür brenne ich eigentlich?

Aus dem Alltag aussteigen, zur Ruhe kommen und zeigen, wer ich bin. Dabei das Feuer in mir entdecken, das mich durchs Leben trägt. Wo kann man das erleben? Einblicke ins Sommercamp von "The Upper Room".

Während wir im Alltag derzeit auf 3G setzen, sind für ein Sommercamp im Wald "3B" wertvoll – und nicht nur dort. Beim Camp "Brennpunkt - Achtung. Fertig. Feuer. Los." des Vereins The Upper Room haben sie 40 junge Leute zwischen 16 und 35 Jahren erprobt.

 

Bäume, ...

Eigentlich sind Bäume ganz schön still. Sie wachsen nach oben in den Wind, der sie rascheln lässt und nur das Graben der Wurzeln in der Erde macht ab und an ein Geräusch, das nur die Regenwürmer hören. Zwischen solchen Bäumen saßen wir jungen Erwachsenen, der Wind spielte mit unseren Haaren, während wir nach unseren eigenen Wurzeln suchten. Mitten in einer Stille, die nicht nur zwischen den Bäumen herrschte, sondern bis hinein in unsere Herzen ging. So zum Beispiel, als wir uns ein Plätzchen im Wald nur für uns alleine suchen sollten, um uns mit unseren Gedanken und Erwartungen auseinander zu setzen. Und nach einiger Zeit, wenn die Stille in einem ankam, die Haare raschelten und man beinahe das Graben der Wurzeln hören konnte, hörte man vielleicht sogar die Stimme, die in einem selbst spricht.

 

 

 

brennen, ...

Diese Stimme war wie ein kleiner Funke, der eine Fackel, ein Lagerfeuer im Wald oder sogar ein Leuchtfeuer entzünden konnte. Die Zeit der Stille kam mit einem Hornstoß zum Ende und die Gruppe fand wieder zusammen. Unsere eingerosteten Kiefer bewegten sich wieder, die Stille wurde mit Lachen gefüllt und dort wo vorher Ruhe war, sprudelte Verrücktheit hervor. Gesichter zerrissen sich zu Grimassen, Theater wurden gespielt, Schnitzel wurden gejagt, Menschen kamen aus ihren Komfortzonen, wie sie es im Alltag nur zu selten taten. Wir wurden getrieben von einer Flamme, die in uns allen wohnt, aber doch zu selten gelebt wird. Das Feuer für Spiel und Spaß könnte doch genauso stark brennen, für das, was wir beruflich und in unserer Freizeit, aber auf jeden Fall von Herzen, tun wollen. Es geht darum, wofür ich brenne.

 

Aber: Wofür brenne ich eigentlich? Und wie verbrenne ich nicht?

 

Solche Fragen zogen sich durch die Gespräche beim gemeinsamen Essen, in Kleingruppendiskussionen oder durch die Worte der Workshopleiter:innen. Wo stehe ich und wo gehe ich hin? Wie bleibe ich dabei ich und schätze mich?

 

 
Im Zentrum des Feuers steht immer noch das ich, selbst wenn ich anderen helfe, gibt es ohne mir kein wir. Wie schaffe ich die Balance dazwischen? Wie schaffe ich eine Begegnung zwischen mir und dir, damit daraus ein wir wird?
 
 

 

und berührt werden.

Zwischen stillen Bäumen und prasselndem Feuer, in mir und um mich, komme ich in Berührung mit mir und anderen. Vielleicht passiert es bei einem interaktiven Workshop, vielleicht bei einem Abendlob an Gott und die Welt, vielleicht in einem Vortrag oder bei der Fußwaschung beim letzten Abendmahl. An diesem letzten Samstagabend des Camps wurde eine Feier gehalten, in der Schwester Teresa Forcades einen Input zur Verrücktheit der Liebe in uns gab, und miteinander Brot, Wein und Gegrilltes geteilt wurden. Teil des Gottesdienstes war das Berühren der Füße in Anlehnung an die Fußwaschung der Jünger durch Jesus. Sich vor dem:der anderen in Gegenseitigkeit, klein zu machen, sich begegnen, sich berühren in einem Moment der Annahme und des Dienstes aneinander. Berührt werden an den Füßen und im Herzen.

 

Der Verein

„The Upper Room“ ist ein Verein zur Förderung von Bildung sowie interreligiösem und interkulturellem Dialog. Durch Camps in Indien und Österreich und weiter Projekte wie einem Nachhilfezentrum in Nordostindien sollen Menschen einen Raum bekommen, an dem Akzeptanz und Offenheit gelebt wird und authentische Auseinandersetzung mit Lebens- und Glaubensfragen willkommen ist.

 

Musical "Hiob" als Livestream am 13. August

Die nächste Veranstaltung ist ein interreligiöses Musicalcamp in Kärnten, bei dem junge Menschen aus verschiedenen Religionen einander begegnen. Den Abschluss bildet die Musicalaufführung „HIOB“. Das für ein Camp in Indien selbst geschriebene und komponierte Stück wird um 15:00 im Jugendsporthotel Leitner in Tröpolach oder per Livestream zu sehen sein.

 

Der Livestream ist zeitnah vor dem Musical auf der Website des Vereins zu finden: www.upper-room.info

Xaver Seiringer

Ich bin 24 Jahre alt und studiere katholische Theologie in Wien. Ich liebe es, über Gott und die Welt zu schreiben oder zu diskutieren und habe schon den einen oder anderen einsichtsvollen Text und Geschichten verfasst. Beim The Upper Room-Camp habe ich mich bei den Vorbereitungen eingebracht und packe auch sonst überall gerne mit an.

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