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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Liebesbooster oder Beziehungskiller? Wege aus der Pornographie-Sucht

Safer Surfing-Gründer Phil Pöschl kennt Pornographie-Sucht aus eigener Erfahrung. Beim KHG-Talk hat er zehn konkrete Schritte vorgestellt, um gegen die Sucht anzukämpfen.

Phil Pöschl ist Gründer der beiden Selbsthilfevereine gegen Pornographie „Safersurfing“ und „Love Is More“. Am zweiten Abend der Grassroots-Love-Talks der KHG sprach er über seinen persönlichen Kampf und was er Betroffenen mitgeben möchte.

 

Beziehungskiller Pornographie: Phils Geschichte

Phil Pöschl wurde in seiner Kindheit und in der Jugend wegen seiner Größe gehänselt. Mit Pornographie versuchte er seinem Schmerz zu entfliehen: „Mit acht Jahren stieß ich zufällig bei einem Spaziergang auf ein Pornoheft, mit zwölf Jahren begann ich aktiv nach mehr ‚Stoff’ zu suchen“. Im Laufe seiner Jugendzeit lernte er dann ein paar Christen, darunter auch seine Frau, kennen, die ihn sehr prägte. Allerdings wusste sie bis kurz vor der Ehe nicht vom tatsächlichen Ausmaß seines Problems.

 

Eines Tages musste er die Karten auf dem Tisch legen: „Selbstverständlich stellte sich dadurch die Frage, ob ich ein guter Vater meiner Kinder sein kann, wenn ich meine Sucht nicht unter Kontrolle bekomme.“

 

„Selbstverständlich stellte sich dadurch die Frage, ob ich ein guter Vater meiner Kinder sein kann, wenn ich meine Sucht nicht unter Kontrolle bekomme“.
 
 

Phil gewann das Vertrauen seiner Frau erst wieder, als er konkrete Schritte setzte, um die Sucht zu bezwingen. Mittlerweile ist er glücklich mit ihr verheiratet. Sie haben drei Kinder, die Phil natürlich höchstpersönlich versucht, vor Pornographie, aber auch vor Groomers (Männer, die sich online als junge Kinder ausgeben) zu schützen. Mit seinen Vereinen „Safersurfing“ und „Love Is More“ hilft er Betroffene der Sucht, berät Schulen und Eltern, betreut Selbsthilfegruppen und hält europaweit Vorträge.

 

Liebe ist mehr: Phils 10 konkrete Tipps gegen Pornographie-Sucht

Die Sucht nach Pornographie bringt einen erhöhten Leidensdruck. Sie nimmt Zeit und Raum, um wirklich gute Beziehungen zu pflegen.

 

Phil präsentierte 10 konkrete Schritte, wie diese Sucht bekämpft werden kann:

 

#1 Sensible Momente erkennen

Erkenne den Nährboden deiner Sucht: An welchen Tagen oder in welchen Momenten fühlst du dich am sensibelsten? Oft ist in solchen Zeiten der Wunsch nach einem Partner und das Tagträumen am größten.

 

#2 An mehr im Leben glauben

Glaube der Wahrheit: Glaube daran, dass Pornographie nicht zu unserem Wohl geschaffen wurde und dass wir zu mehr im Leben berufen sind.

 

#3 Die Pornoproduktion ablehnen

All das im Bildschirm ist nicht deines: Kein Mensch soll für die eigene Lustbefriedigung leiden! Verstehe, dass du selbst kein Anrecht am Leben dieser Frauen hast, die du in den Bildschirmen siehst und sich für die Pornodarstellung so verausgaben. Sage ganz klar und deutlich: „Gehört mir nicht“.

 

Die Welt der Pornoproduzenten ist wirklich erbärmlich. Du tust, was dir am Set gesagt wird, ohne dass dabei auf deine Befindlichkeit geachtet wird. Als Darstellerin ist man gewissen gewalttätigen Akten sogar bei Softporn ausgesetzt. Laut Phil würden ehemalige Pornodarstellerinnen die inhumane Behandlung bestätigen: „Sie rennen meistens zur Toilette und übergeben sich“.

 

#4 Nicht vor dem Scheitern fürchten

Habe keine Angst: Stelle dich deiner der Angst vorm Versagen. Und wenn du mal versagst, steh wieder auf.

 

#5 Gelassen bleiben

Stay cool:  Auch Gelassenheit ist wichtig.

 

#6 Auf Hilfe von oben vertrauen

Erbitte Gnade: Die Bekämpfung der Sucht ist kein ABC-Programm. Es bedarf tatsächlich Hilfe von oben, um dich in einen Zustand der Gnade zu versetzen.

 

#7 Auf eigene Bedürfnisse achten

Lerne, mit deinem eigenen Vakuum umzugehen: Was mache ich, wenn ich Hunger habe? Am besten Essen und nicht nur vor dem Fernseher sitzen und sich belügen.

 

#8 Mit sich selbst versöhnen

Versöhne dich mit deiner eigenen Sexualität: Schau zurück auf die Dinge, die dich massiv enttäuscht oder verletzt haben könnten und die unter Umständen auch an Missbrauchserfahrungen grenzen könnten. Vielleicht war es irgendetwas, was gesagt wurde – der Zwang zu etwas, was dir nicht gefiel.

 

Phil Pöschl: „Es ist wichtig zurückzuschauen und nach der Heilung von solchen Enttäuschungen zu suchen. Es geht hier nämlich auch um die Selbstannahme und sich eingestehen zu können, dass man in einigen Bereichen noch kämpft“.

 

#9 Websites sperren

Schütze deinen PC: Webseiten-Sperren sind absolute Must-haves in der Bekämpfung jeglicher Internetsucht.

 

#10 lass dir helfen

Hole dir externe Hilfe und werde zur Rechenschaft gezogen: Phil und seine Frau wurden durch ein Ehepaar beraten und durch schwierige Zeiten begleitet. Dieses Tandem hatte sie sehr gestärkt: „Ich kann euch das wirklich nur weiterempfehlen“.

 

Konntest du mit diesen Tipps etwas anfangen? Welche Tipps fändest du noch hilfreich? Hinterlasse gerne einen Kommentar.  =)

 

Selbsthilfevereine

 

Weiterführende Bücher

Weitere Links

„Liebesbooster oder Beziehungskiller“ war eine Veranstaltung der Katholischen Hochschulgemeinschaft Wien.

Maureen Evangelista

Ich bin Absolventin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und mache gerade das Propädeutikum für Psychotherapie. Als ehrenamtliche Jugendarbeiterin coache ich seit Jahren Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Weg ihres Glaubens. Ich habe ein großes Herz für meine philippinische Großfamilie und liebe 90er-RnB und Hip-Hop-Musik.

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