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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at
21.06.2019 | Auslandsjahr | Jan Müllner

Was du vor Work and Travel wissen solltest

Bei einem Work and Travel Abenteuer erwarten dich sowohl viele neue Möglichkeiten als auch Probleme. Jan hilft dir, mit seinen Erfahrungen die Anfangsängste zu nehmen.

Ein Work and Travel Erlebnis bietet viele neue Möglichkeiten, jedoch bringen Chancen bekanntlich auch immer Risiken mit sich. Es gibt viele Dinge, die ich gerne vorher gewusst hätte, die meine Zeit in England um einiges erleichtert hätten. Diese Punkte kannst du im folgenden Blog lesen.

 

Wie geht man das alles am besten an?

Im vorherigen Blog habe ich bereits erzählt, warum ich mich für einen Work and Travel Aufenthalt entschieden habe. Direkt nach der Entscheidung ging es darum, wie man sowas nun am besten organisiert. Wie buche ich die Hinfahrt? Wie finde ich dort Arbeit? Wo soll ich wohnen?

 

Um diese fundamentalen Fragen zu beantworten zahlt sich eine umfangreiche Internetrecherche aus. Es gibt genügend Anbieter von Work and Travel-Erlebnissen, die sich um die Vermittlung von Unterkunft und Arbeit kümmern. Ich habe mich für „Kulturwerke Deutschland“ entschieden, da mir das Angebot am meisten zusprach und mich die Erfahrungsberichte positiv gestimmt hatten. Kulturwerke Deutschland verspricht zu 100% eine Unterkunft und einen Job vermitteln zu können, was mir natürlich viel Nervosität im Vorfeld nehmen konnte.

 

Was bringt eine Sprachschule?

„English 2000 Sprachschule in Bournemouth“ © Jan Müllner/MEINPLAN.at
 

„English 2000 Sprachschule in Bournemouth“ © Jan Müllner

 

Außerdem besucht man für mindestens 2 Wochen eine Sprachschule in Bournemouth bevor man zu arbeiten beginnt. Zunächst dachte ich mir, dass das ein nettes Feature ist und wahrscheinlich einfach dazu dient, dass man neben Unterkunfts- und Arbeitsplatzvermittlung einen weiteren Service bezahlt, den man sonst vielleicht nicht gewählt hätte.

 

Aber die Sprachschule entpuppte sich als äußerst wertvoll. Die super freundlichen Sprachlehrer nehmen einem sofort die anfängliche Nervosität und man lernt schnell neue Freunde kennen, mit denen man sich in den Pausen austauscht und nach dem Unterricht gleich was unternehmen kann.

 

Man darf sich Sprachschule auch nicht vorstellen wie eine richtige Schule mit Tests und Hausübungen und den ganzen restlichen anstrengenden Aufgaben. Zur Einstufung nach dem Sprachniveau hat man zwar einen Einstufungstest am ersten Tag, doch dieser dient nur damit man danach im Sprachkurs nicht überfordert ist. Ich hatte täglich von neun bis etwa 13 Uhr Unterricht, wobei dieser stets interaktiv gestaltet wurde und zur Vorbereitung auf die anstehende Arbeit diente.

 

Pub Nights bei Work and Travel © Jan Müllner/MEINPLAN.at
 

Die Pub Nights sorgten jeden Mittwoch für Unterhaltung © Jan Müllner

 

 

Die Sprachschule veranstaltete auch jede Woche Events wie eine Movie Night oder die sehr beliebte Pub Night. Ein meiner Meinung nach großer Vorteil, den ich gegenüber meinen Sprachschulkollegen hatte, war, dass mein Arbeitsplatz auch in Bournemouth war. Nur drei von 20 Personen blieben in der Stadt, die anderen mussten nach zwei Wochen wieder umziehen und sich an ein neues Umfeld gewöhnen.

 

Was arbeitet man genau?

Die meisten Work and Travel Programme vermitteln Jobs im Gastronomie- oder Tourismussektor. So war es auch bei mir nicht anders. Ich arbeitete als „Guest Service Assistant“ in einem netten, familienbetriebenen Hotel im Herzen Bournemouths. Ich war also ein einfacher Kellner im Restaurant eines Hotels, das zumindest im Herbst hauptsächlich von größeren Reisegruppen besucht wurde. Neben klassischen Frühstücks- und Abendessensservice standen jedoch auch regelmäßig Events an.

 

Ich betreute als Kellner also auch einige Weihnachtsfeiern, Geschäftsessen und ähnliche Veranstaltungen. Außerdem musste ich nach Weihnachtsfeiern auch wieder die Räumlichkeiten für das nächste Frühstück zurechtrichten, wodurch ich manchmal auch bis fünf Uhr morgens arbeiten musste.

 

Ich hatte noch nie zuvor in meinem Leben gekellnert, weshalb ich doch etwas Angst davor hatte mich zu blamieren. Man lernt die Vorgänge jedoch ziemlich schnell und man wird vom restlichen Personal, das zum Großteil auch über Work and Travel Programme angestellt wurde, schrittweise an die Arbeitsschritte herangebracht.

 

„as internationale Service-Team im Marsham Court Hotel
 

Das internationale Service-Team im Marsham Court Hotel © Privat

 

Durch den Umstand, dass meine meisten Arbeitskollegen auch über Work and Travel-Programme dort gelandet sind, ergaben wir ein junges, multikulturelles Team, das immer für Spaß während und nach der Arbeit sorgte.

 

Wie sieht es mit dem Geld aus?

Dieses Kapitel wird ernüchternd. Zunächst muss man beachten, dass man zuerst eine Sprachschule besucht, also noch nichts verdient. Danach dauert es natürlich auch noch, bis der erste Arbeitslohn reinkommt. Ich habe erst etwa fünf Wochen nach meiner Ankunft meinen ersten Lohn erhalten.

 

Bei all den schönen Seiten von Work and Travel muss leider gesagt werden, dass beim Gehalt gespart wird. In so ziemlich allen Anstellungen erhält man nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn, der zu meiner Zeit bei £5.55 lag, also nicht einmal 7€. Dieser gilt bis 21 Jahren, ab dann ist er mit etwa £7.5 beträchtlich höher, jedoch brachte mir das zu der Zeit wenig.

 

Durch den Umstand, dass ich je nach Auslastung des Hotels zwischen 20 und 50 Stunden in der Woche arbeitete schwankte das Gehalt stark. So kann es schon mal vorkommen, dass in einem 2-Wochen-Zeitraum (ich wurde alle 14 Tage bezahlt) mehr als die Hälfte des Gehalts nur für die Miete draufgeht.

 

Wo wohnt man?

Es gibt meistens verschiedene Möglichkeiten seine Unterkunft zu wählen. Man kann direkt im Hotel wohnen in dem man arbeitet, bei einer Gastfamilie, im Studentenheim oder in einer Wohngemeinschaft. Die Vermittlungsagentur gibt einem die Möglichkeiten vor und man wählt dann seinen Favoriten. Ich habe mich für die letzte Variante entschieden, da ich mir dadurch die größtmögliche Freiheit erhoffte. WG-Zimmer sind oft auch die günstigste Variante, vor allem wenn man wie ich in einem Doppelzimmer wohnt. Zunächst ist es zwar ungewohnt keinen eigenen Rückzugsort zu haben aber in meinem Fall war das durch die super netten Mitbewohner sehr bald kein Problem mehr.

 

Unsere WG bestand zu den meisten Zeiten aus fünf bis sieben Personen, die meisten stammten aus Deutschland. Dieser Umstand führt zwar dazu, dass man zu Hause oft verleitet ist deutsch zu sprechen, doch das minderte nicht den sprachlichen Fortschritt den ich dort gemacht habe.

 

Wie kommt man dort hin?

Kulturwerke Deutschland bot auch an einen Hin- sowie Rückflug zu vermitteln, aber ich habe mich dagegen entschieden, da ich nicht fliegen konnte und auch nicht wollte. Ich wollte sowohl auf dem Hin- als auch Rückweg etwas sehen, weshalb ich zunächst über Nacht nach Köln reiste und nach kurzem Aufenthalt von dort dann nach London aufbrach. Nach einer Nacht in London brach ich dann nach Bournemouth auf. So reiste ich zwar über zwei Tage lang, aber dafür konnte ich auf meiner Reise schon etwas sehen.

 

Bei der Rückreise bin ich dann über London und Paris gereist, wobei ich mich in Paris fast eine Woche aufhielt. Bei den Reisen habe ich eine Mischung aus Zügen und Bussen gewählt, je nach Preisunterschied und Komfort kann man so die einzelnen Strecken unterschiedlich gestalten. Diese Reisen waren zwar aufwändig zu planen, aber es hat sich in meinen Augen gelohnt.

 

Es gibt viele Problemquellen und Hindernisse, die dich bei deinem Work and Travel Abenteuer erwarten. Diese variieren natürlich bei jedem Erlebnis. Ich hoffe ich konnte dir mit der Beantwortung dieser paar Grundfragen weiterhelfen. Falls du noch Fragen hast, kannst du mich gerne über meine Social Media Kanäle kontaktieren. Falls du dich für meine schönsten, aufregendsten, spannendsten und lustigsten Erlebnisse interessierst, kann ich dir nur empfehlen in ein paar Wochen wieder vorbeizuschauen, bis dann!

Jan Müllner

Niederösterreicher mit Wahlwohnsitz Bournemouth. 20 Jahre alt und Bachelorstudent im Studiengang Medienmanagement an der FH St. Pölten. Begeistere mich für Fußball, Basketball, Videospiele und möchte meinen Mitmenschen in allen Lebenslagen weiterhelfen. So helfe ich hoffentlich auch dir.

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