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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Update aus Indien: Gipsfuß, Geburtstag und ein neues Projekt

Florian ist seit August mit VOLONTARIAT bewegt, einer Initative von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos, in Indien. Diesmal erzählt vom Gipsfuß und dem indischen Gesundheitssystem, seinem ganz besonderen Geburtstag und dem Wechsel in ein neues Projekt. 

Seit langer Zeit melde ich mich wieder einmal, um meine indischen Erfahrungen mit euch zu teilen. Ich bin seit mittlerweile acht Monaten bin ich mit Volontariat bewegt in Indien im Einsatz und die Zeit, bis ich zurück nach Österreich komme, ist schon sehr absehbar. Das letzte Mal habe ich mich zu Weihnachten gemeldet, als ich mit meiner Familie auf Urlaub war. Seitdem ist sehr viel passiert.

 

 
Happy Birthday Florian © Florian Friedl / MEINPLAN.at
 

Happy Birthday, Florian! © Florian Friedl / MEINPLAN.at

 
 

 

Mein indischer Geburtstag

Indische Geburtstagstorte © Florian Friedl / MEINPLAN.at
 

Indische Geburtstagstorte © Florian Friedl / MEINPLAN.at 

 

Das Projekt „Navajeevan Bala Bhawan“ gibt den Volontären die Möglichkeit, das Teilprojekt nach sechs Monaten zu wechseln. Alle Teilprojekte habe ich in einem früheren Blog beschrieben.

 

Wie ihr wisst, war ich die erste Hälfte meines Auslandsdienstes im Teilprojekt Chiguru tätig. Leider gab es mit meinem Projektwechsel ein paar Komplikationen, da sich das Chiguru in einem anderem District als die anderen Teilprojekte befindet und ich deswegen bei der Polizei umgemeldet werden musste, was sich über einen Monat dahinzog.

 

In dem Monat hatte ich dafür aber einen der schönsten Geburtstage, den ich je hatte. Ich bekam von so vielen Kindern selbst gebastelte oder selbst gemalte Geschenke und mir wurde eine Woche davor und eine Woche danach noch zum Geburtstag gratuliert. Ich organisierte Kuchen für alle. Nach dem „Cake Cutting“ war mir aber richtig schlecht, da es hier so üblich ist, dass jeder das Geburtstagskind mit einem kleinem Kuchenstück füttert. Nach 100 Kindern war ich trotz aller Freude auch froh, dass es vorbei war. Mittlerweile bin ich aber erfolgreich umgemeldet und arbeite jetzt am Vormittag im Shelter und nachmittags im Moggas.

 

Projektwechsel 

Ins Shelter kommen die Kinder für die ersten Wochen, nachdem sie von der Street-Presence von der Straße aufgelesen wurden. Es gibt eine 24h-Betreuung. Ich mache dort mit meinem Mitvolontär Tobi jeweils eine Unterrichtseinheit in Mathe und in Englisch und danach spielen wir noch Gemeinschaftsspiele wie Uno, Mensch ärgere dich nicht oder das heißbegehrte indische Carom Board.

 

Im Moggas gestalte ich gemeinsam mit Jonny die Gamestime, in der wir meistens auf dem Platz vor dem Moggas Gebäude sportlich aktive Spiele wie Volleyball, Fußball oder Basketball spielen.

 

skifahren in Indien?

Abgesehen von meiner Umregistrierung für den Projektwechsel ist in den letzten Monaten leider noch mehr schief gegangen. Ich hatte schon seit einem halben Jahr geplant, im März mit zwei Mitvolontären nach Gulmarg im Kaschmir zu reisen, um dort im höchsten Skigebiet der Welt den Powderschnee zu genießen.

 

Doch leider hat ein paar Wochen vor unserem Urlaub ein Anschlag von pakistanischen Terroristen nur ca. 10 km von unserem Ankunftsflughafen entfernt ein paar gröbere Unruhen zwischen Indien und Pakistan ausgelöst.

 

 
Einblick in Florians Alltag © Florian Friedl/MEINPLAN.at
 

Einblick in Florians Alltag © Florian Friedl/MEINPLAN.at

 
 

 

Aufgrund der Unruhen haben wir uns entschieden, dass es zu riskant wäre, den Urlaub in diesem Gebiet zu verbringen und haben uns schon um ein anderes Urlaubsziel umgeschaut.

 

Doch dann brach ich mir noch beim Volleyballspielen den fünften Mittelfußknochen am rechten Fuß, wodurch wir unseren Urlaub sowieso verschieben mussten.

 

Ein gips für 45€

Der Krankenhausbesuch war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung. Ich weiß, wie die Behandlung eines Knochenbruches in einem österreichischen Krankenhaus abläuft und die indische Routine weicht von dieser ein wenig ab.

 

Erstens wird man als weiße Person mit zahlender Versicherung überall bevorzugt. Ich hatte quasi null Wartezeiten, obwohl sehr viele Inder und Inderinnen im Wartebereich saßen. Natürlich ist das sehr angenehm, aber man fühlt sich auch komisch den wartenden Menschen gegenüber. Beim Röntgen bekommt man im Gegensatz zu westlichen Krankenhäusern keine Bleischürze. Auch das Handy in der Hosentasche zu haben, ist kein Problem. Es ist ganz normal, dass Leute wärend des Röntgens durch den Röntgenraum spazieren.

 

Nach dem Röntgen konnte ich selbst entscheiden, ob ich für 6 Wochen einen Gips haben will oder nicht. Ich glaube, dass der Arzt nicht oft einen Gips anlegt, da der Gips für indische Verhältnisse mit 45€, also 3600 indische Rupien, sehr teuer war. Der Gips ist - so wie viele andere Medikamente und Zubehör - nicht im Krankenhaus auf Lager, sondern man muss sich das Material selbst auf der Straße besorgen. Deswegen braucht man bei gröberen Krankheiten auch immer eine zweite Person mit, die alles besorgt. Auch Essen muss man selbst organisieren.

 

 
Florians Projekt-Ort © Florian Friedl / MEINPLAN.at
 

Florians Projekt-Ort © Florian Friedl / MEINPLAN.at

 
 

 

Zwei Wochen Bettruhe

Die ersten zwei Wochen sollte ich nur im Bett liegen und mich nur vom Bett zum Bad und wieder zurückbewegen. Es waren die schwersten zwei Wochen in diesem Jahr für mich, da es jeden Tag um die 40°C und ich nichts zu tun hatte.

 

In den zwei Wochen habe ich sehr viel über meinen ganzen Aufenthalt hier nachgedacht und hab auch angefangen, meine Familie, Freunde und vor allem meine Freundin zu vermissen. Die dritte Woche bin ich dann mit Gips in die Arbeit gefahren, was den Gips so zerstört hat, dass ich ihn selbst runterschneiden musste. Das war gar nicht so einfach. Zum Glück habe ich nette Mitvolontäre wie Trijntje, die mir dabei half. Trijntje und Caroline sind übrigens zwei neue Mitvolontärinnen aus den Niederlanden.

 

Das erste Mal nach drei Wochen wieder den Fuß zu waschen, war - wie ihr euch sicher vorstellen könnt - ein sehr angenehmes und erleichterndes Erlebnis.

 

Nachdem der Gips herunten war, ließ ich mir den Fuß noch einmal röntgen und der Knochen war zum Glück schon so gut verheilt, dass ich - mit der Voraussetzung, vorsichtig zu sein - keinen neuen Gips mehr bekam.

 

Mittlerweile habe ich fast keine Schmerzen mehr und freue mich schon sehr darauf, in ein bis zwei Wochen wieder Sport betreiben zu dürfen, da ich vorhabe, noch ein Skatevideo in Vijayawada aufzunehmen.

Florian Friedl

Ich habe gerade die Matura gemacht und mache jetzt einen Zivilersatzdienst in der Stadt Vijayawada in Indien mit der Organisation VOLONTARIAT bewegt. Mit einigen Blogbeiträgen, Bildern und Videos werde ich meine Erfahrungen und Erlebnisse mit euch teilen.

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