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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Was ein Ehrenamt einem so bieten kann

Eva war letzten Sommer auf einem ganz besonderen Sommerlager: eine Woche lang begleitete sie eine Gruppe Österreicher, die gemeinsam mit 500 Teilnehmern aus aller Welt eine inklusive Ferienwoche verbrachte. Warum sie sich für dieses Ehrenamt entschieden hat und was sie dort erlebt hat, erzählt sie hier.

Wer neben dem Studium oder der Arbeit gerne spannende Herausforderungen erleben und viele neue teils lebensverändernde Erfahrungen für´s Leben sammeln möchte, dem kann ich nur wärmstens ans Herz legen, ein Ehrenamt anzutreten und sich zum Wohle der Allgemeinheit freiwillig zu engagieren bzw. seine freie Zeit in wohltätige Zwecke zu investieren. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es mein Leben stark bereichert und in einer Weise beeinflusst hat, die ich mir so nicht hätte vorstellen können.

 

Ehrenamt bei den Maltesern

Team Austria © Eva Schoop / MEINPLAN.at
 

Team Austria beim englischen Maltacamp © Eva Schoop / MEINPLAN.at.

 

Hierzu eine kleine Ergänzung aus meinem Leben: Ich bin schon von klein auf in einer sehr gläubigen Familie aufgewachsen und hatte immer sehr viel Spaß dabei, anderen Menschen, egal welchen Alters, zu helfen und ihnen eine Freude zu bereiten. Dies war ein Grund, warum ich in Hinblick auf Ehrenämter einiges durchprobiert und auch lange mitgestaltet habe - vom Ministrieren, über die Hausaufgabenhilfe in einem Kinderhort, bis zur Mithilfe in einer Kleiderkammer. Der absolute Höhepunkt jedoch, ist die Tätigkeit beim „Malteser Hospitaldienst Austria“: dort kann man zum einen, im Sanitäts-/Katastrophenbereich, akut erkrankte oder verletzte Personen versorgen und zum anderen, im Sozialbereich, seine Zeit chronisch kranken und geistig sowie körperlich beeinträchtigten Menschen widmen. Dadurch, dass man ihnen seine Zeit und Aufmerksamkeit mittels Ausflügen oder sonstigen Aktivitäten schenkt, bereitet man ihnen ein unglaublich großes Vergnügen - vor allem, weil man sie damit zur Abwechslung mal aus ihrer normalen Routine herausholt und sie zugleich bei dieser unterstützt, falls nötig.

 

Ein ganz besonderes Sommerlager 

Letzterer Bereich führte mich im August letzten Jahres zum sogenannten „Internationalen Malteser Sommercamp“, in Großbritannien. Das Camp wird jedes Jahr von einem anderen der ca. 25 teilnehmenden Länder organisiert, in dem es dann auch stattfindet und um die 500 jungen Erwachsenen zusammenbringt und vereint. Dabei ist die Herkunft, Nationalität oder Art der Beeinträchtigung völlig irrelevant  – jeder ist willkommen!

 

Die Unterteilung der Teilnehmer erfolgt pro Landesteam in die sogenannten „Helper“ und deren „Guests“, während wir, als Team Austria, dann vor Ort nochmals in 2er- und 3er-Gruppen auf jeweils zwei unserer zu betreuenden Gäste aufgeteilt waren. Dadurch bestand die Möglichkeit, sich immer mal wieder abzuwechseln und nicht dauerhaft allein für einen Betreuten zuständig sein zu müssen. Somit wird allen die Chance auf eine Woche voller Abenteuer und Action gegeben, welche für die Guests ohne uns Helper und in ihrem alltäglichen Leben, aufgrund ihrer Beeinträchtigung, so nicht möglich wäre.



Freundschaften wachsen  und überwinden Grenzen

Man wächst als Gruppe bzw. als gesamtes Team in dieser Zeit sehr zusammen und gewinnt dadurch viele Freunde, aber nicht nur unter den Maltesern und betreuten Gästen des eigenen Landes, sondern auch mit den Teilnehmern aus den vielen anderen Ländern. Das ist auch das Schöne daran: man weiß, dass man sich immer und zu jeder Zeit auf jeden Einzelnen dort verlassen kann, auch wenn es nicht immer so einfach ist, jemandem zu helfen, der sich (in bestimmten Bereichen) nicht selbst helfen kann. Dabei bieten sich einem jedoch viele Gelegenheiten, bei denen man eine Menge über sich selbst und seine eigenen Grenzen bzw. über diese hinauszugehen und daran zu wachsen lernen kann – zumindest war das bei mir der Fall. Wenn es dir als neu eingestiegener Helper dennoch einmal etwas zu viel werden sollte, kannst du gern jederzeit einen anderen Helper fragen, ob er sich für eine Weile deines Guests annimmt. Auch du hast mal eine Pause zur Erholung verdient, um wieder mit neuer Kraft und Begeisterung deiner Aufgabe gerecht werden zu können. Schließlich darf der Dienst an unseren Gästen sehr wohl mit Freude und Leichtigkeit gemeistert werden, denn es ist immer ein Nehmen und Geben von beiden Seiten – das sollte man sich stets vor Augen halten!



 

Vom ich zum du

In dieser Woche geht es nämlich vor allem darum, als Helfer unseren betreuten Gästen, aber auch uns selbst, eine bleibende und außergewöhnliche Erfahrung bzw. Erinnerung zu schaffen und trotz der Aufgabe, sich um deren Bedürfnisse, Wünsche und Vorlieben zu kümmern, nicht die eigenen dabei zu vergessen. Dies gelingt allerdings nur, sofern Helper wie Guests möglichst zufrieden und glücklich dabei sind – also immer darauf achten, wie die eigene Stimmung momentan ist! Denn erst, wenn es mir selbst gut geht, kann ich auch dabei helfen, dass es einem anderen ebenfalls gut oder vielleicht sogar zumindest etwas besser geht (soweit möglich).

 

Ein paar Tipps, wie man das Lächeln ganz einfach und bewusst dafür einsetzen kann, seine Laune möglichst dauerhaft oben zu behalten, erfährst du im zweiten Teil meiner Erfahrung in dem Sommercamp über Leichtigkeit und Motivation – generell und im Ehrenamt speziell.

Eva Schoop

Ich habe mein Leben der Gesundheit von Menschen in allen Lebensbereichen verschrieben und bin deshalb in der Psychologie und sanitätstechnischen Medizin zu Hause. Als leidenschaftliches Mitglied des Malteser Hospitaldienstes Austria verbringe ich außerdem meine Freizeit hauptsächlich mit der Organisation bzw. Mitwirkung von Sozialdiensten für Menschen mit Beeinträchtigung und im Rettungsdienst Tirol - alles auf ehrenamtlicher Basis. Meine sonstige Vorliebe gilt dem künstlerischen Ausdruck, womit Tanzen, Singen, Musizieren, Malen und Schreiben beinhaltet wären und mich auch so schlussendlich zu MEINPLAN.at geführt haben.

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