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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Ziele erreichen - 4 Gründe für fehlende Motivation

Irgendwie wollte nichts klappen. Zahlreiche Pläne schwirrten in meinem Kopf herum, aber zu nichts konnte ich mich motivieren. Als ich mich mit dem Thema Motivation auseinandersetzte, stieß ich auf vier Störfaktoren, die mich daran hindern, meine Ziele zu verfolgen.

Im Moment habe ich viel Freizeit. Diese will ich nutzen, um einige Pläne zu verwirklichen, für die ich vorher nicht den Kopf und auch nicht die Zeit hatte. Stretching, Intervallfasten, Videos drehen. All das viel mir vor zwei bis drei Jahren noch leicht. Da dehnte ich mich täglich, stellte die Ernährung ganz einfach um und drehte gerne Videos. Leider scheint sich der Zeitmangel nun in einen Motivationsmangel verwandelt zu haben, denn ich konnte nichts richtig durchziehen. Ich begann darüber nachzudenken, was mich damals antrieb, schaute mir Youtube-Videos zum Thema Ziele erreichen an und recherchierte ein wenig. Bald war mir klar, wer die Übeltäter sind, die meinen Schweinehund bei Laune halten.

 

1. Zu große Ziele

Machbare Ziele definieren © iStockphoto.com / MEINPLAN.at
 

Machbare Ziele definieren © iStockphoto.com / MEINPLAN.at

 

Leider tendiere ich dazu, viel zu viel von mir zu verlangen und dann total überfordert zu sein. Dann mache ich mir Vorwürfe, weil ich das unmögliche Vorhaben nicht geschafft habe, was mich demotiviert.

 

Ziele sollte man machbar setzten. Ich muss z.B. nicht von heute auf morgen wieder in meine alte Streching-Routine hüpfen und mich täglich auf die Matte zwängen. Damals hatte ich mehr Zeit, weil ich noch keinen Job neben dem Studium hatte. Bei dem Vorhaben mich täglich zu dehnen, war ich demotiviert, sobald ich einen Tag aussetzte. Dabei reicht es, wenn ich drei- bis viermal die Woche dehne und mich nur steigere, wenn ich Zeit und Lust habe. So macht das Stretching wieder Spaß und ich bin motiviert, weiter zu machen.

 

Außerdem steigt die Motivation, wenn man sich lobt, etwas getan zu haben, anstatt sich runter zu machen, weil man etwas nicht getan hat.

 

 

2. Perfektionismus

Mit meinem Perfektionismus stehe ich mir genauso im Weg, wie mit zu großen Zielen. Ich sage mir: „Wenn ich etwas mache, dann richtig.“ Es soll perfekt werden. Makellos. Das ist vollkommener Quatsch ist, denn so gut wie nichts im Leben ist perfekt. Zudem kommt, dass ich keine Lust habe, etwas anzufangen, wenn ich weiß, dass die Fertigstellung nahezu unmöglich ist.

 

Ein perfektes Beispiel dazu, sind ein paar Ideen für Videos, die ich gerne umsetzen möchte. Leider finde ich keine Motivation, diese Projekte jemals anzufangen. Ich habe jetzt schon im Kopf, wie perfekt sie werden müssen und wieviel Aufwand das wird. Die Zeit und Lust dafür habe ich im Moment nicht und werde sie vermutlich auch niemals haben.

 

Die 80-20-Regel

Um diesen Perfektionismus abzulegen, sollte man sich an die 80-20-Regel halten. Diese Regel besagt, dass ich für 80% der Arbeit, 20% der Zeit brauche. Will ich die Arbeit auf 100% vervollständigen – also perfektionieren – brauche ich für die letzten 20% der Arbeit 80% der Zeit. Bräuchte ich also für die 80% eine Woche, würde ich für 100% 5 Wochen brauchen. Perfektionismus ist in den meisten Fällen also vollkommene Zeitverschwendung.

Machbare Ziele definieren © iStockphoto.com / MEINPLAN.at80 - 20 - Regel © Angelika Wurzer / MEINPLAN.at
 

 

Statt also ein perfektes Video (100%) niemals zu machen, weil es mir zu viel ist, kann ich einfach ein fast perfektes Video (80%) machen, um meinen Plan endlich zu verwirklichen.

 

Jay Shetty ist ein erfolgreicher Life-Coach, der mit seinen Videos Millionen Klicks erreicht. Auch er erzählt in seinem Pod-Cast „7 Things to Do This Weekend to Boost Your Mental Health”, dass seine Videos nur zu 70-75% fertig sind. Würde er versuchen, sie auf 100% zu verbessern, hätte er noch kein einziges Video veröffentlicht.

 

3. Der Sinn fehlt

Als ich nach Wien kam, habe ich mich ausgiebig mit dem Thema Gesundheit auseinandergesetzt und meine Ernährung auf Intervallfasten umgestellt. Vor zwei Jahren begann ich dann zu arbeiten und durch die unterschiedlichen Arbeitszeiten und das Catering stellte sich mein Ernährungsstil nach und nach wieder auf ganztägiges Essen um.  

 

Mit der Corona-Pandemie habe ich die Möglichkeit bekommen, wieder auf meinen Bauch zu hören und versuchte, meine Ernährung erneut auf Intervallfasten umzustellen. Dies gelang mir aber immer nur kurzzeitig. Mir fehlte das Durchhaltevermögen. Ich überlegte, warum es mir damals so leicht viel, die Ernährung langzeitig umzustellen und entdeckte mein Problem: Mir fehlte der Sinn.



 

Motivationsexperte Stefan Fädrich erklärt in diesem Video von Gedanken Tanken, wie wichtig der Sinn hinter einem Ziel ist. Als Beispiel nennt er praktischerweise eine Diät. Fragt man Menschen um den Grund, sagen die meisten, sie wollen abnehmen. Das ist ein recht kurzfristiges Ziel. Sobald man abgenommen hat, ist die Motivation dahin. Dabei will man sich eigentlich jung, fit, gesund und schön fühlen und deswegen die unnötigen Kilos verlieren.

 

Was ist meine Motivation dahinter? © iStockphoto.com / MEINPLAN.at
 

Was ist meine Motivation dahinter? © iStockphoto.com / MEINPLAN.at.

 

Mein Ziel, die Ernährung wieder auf Intervallfasten umzustellen, war ebenso kurzfristig. Sobald es ein paar Tage klappte, war mein Ziel „erreicht“ und die Motivation dahin. Damals war ich aber genau informiert und mir über die Vorgänge im Körper und die daraus folgenden positiven Effekte bewusst, was mich langfristig motivierte.  Heute war mein Wissen nur noch oberflächliche Erinnerungen. „Das ist gesund“ und „Das heilt meinen Körper“ war als langfristige Motivation leider nicht ausreichend.

 

Ich setzte mich also wieder genauer mit dem Thema auseinander, las Artikel und Erfahrungsberichte und dachte weiter nach, wie gut es mir in den zwei Jahren ging, in denen ich mich nach diesem Prinzip ernährte. Danach war ich wieder richtig motiviert und mein Durchhaltevermögen stieg enorm.

 

4. Nicht mein Ziel

Dieser Punkt ist mir bei meinen Recherchen zum Thema „Ziele erreichen“ untergekommen. Stefan Fädrich erwähnt in seinem Vortrag das Problem, nicht sein eigenes Ziel zu verfolgen. Dabei kann es sich um ein Ziel handeln, das die Gesellschaft einem aufzwingt, wie z.B. ein bestimmtes Gewicht zu haben, mit dem Rauchen aufzuhören, ein gewisses Einkommen zu haben usw.

Hier gibt es natürlich kaum Motivation, weil man selbst gar nicht an diesem Ziel interessiert ist. Man denkt nur, man müsse es erreichen wollen.

 

In meinem Fall war es das Studium in Mindeststudienzeit abzuschließen. Meine Eltern hatten unbewusst immer Druck auf mich ausgeübt und ich dachte, ich müsse das auch wollen. Umso deprimierter war es, dass ich es einfach nicht schaffte, dieses Ziel auch ambitioniert zu verfolgen. Seit ich erkannt habe, dass mir die Studiendauer egal ist, ich meinem Traumjob nachgehe und das Studium nebenbei betreibe, macht es mir das Studieren wieder richtig Spaß!

Angelika Wurzer

Bewegung ist für mich das Wichtigste. Sport und ein gesunder Lifestyle sind mein Rezept, für ein glückliches Leben. Ich komme ursprünglich aus Kärnten, fühle mich aber in Wien wirklich zu Hause, weil es so viel zu bieten hat.

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