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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Neue Ziele zum Jahreswechsel. Oder: Warum ich keine Bucket List brauche

Bevor ich mir zu Silvester neue Ziele setze, "ernte" ich die Glücksmomente aus dem vergangenen Jahr. Ein paar Tipps für einen bewussten Übergang ins neue Jahr. Prosit 2019!

Ich habe seit Jahren ein Tagebuch. Es ist ein Buch mit einem schönen, edlen Einband. Wobei ich ergänzen muss: Nur während meines einjährigen Freiwilligeneinsatzes mit Don Bosco in Mexiko und während eines Ausbildungsjahres in Italien, dem sogenannten Noviziat, war es wirklich ein Tagebuch. In diesen Zeiten habe ich jeden Abend meine Erfahrungen und Begegnungen verschriftlicht.

 

Bis heute tue ich es zumindest an zwei Tagen im Jahr: am Geburtstag und am Silvestertag. Das sind für mich Tage, die eine Zäsur darstellen. Ich nehme mir dann ausreichend Zeit für den Rückblick und den Ausblick und schreibe meine Gedanken auf. Das sind für mich besondere Momente des Innehaltens.

 

Glücksmomente schriftlich festhalten

Ich habe bemerkt, wie hilfreich es ist, dass ich es schriftlich tue. Denke ich nur kurz darüber nach, sind die Gedanken so schnell weg, wie sie gekommen sind. Psychologisch hat das Verschriftlichen eine große Bedeutung. Ich bringe auf das Papier, was ich auf der Seele habe. Niederschreiben heißt loslassen. Zugleich ist es höchstspannend nachzulesen, was ich zum Beispiel am Geburtstag vor fünf Jahren geschrieben habe.

 

 
So wie wir jedes Jahr die Früchte der Natur ernten, gibt es auch im persönlichen Leben viel zu ernten.
 
 

Zum Jahreswechsel schreibe ich mir strukturiert auf, was in den vergangenen zwölf Monaten passiert ist. Ich erinnere mich an Erfolge, Begegnungen und Glücksmomente.

 

Danken, reinigen und loslassen

Monat für Monat läuft dann wie ein Film vor meinem inneren Auge ab: Das habe ich geschafft, jenes habe ich verändert. Diesen Menschen bin ich begegnet, diese Beziehungen haben sich vertieft. Neue Möglichkeiten haben sich aufgetan, davon habe ich losgelassen. Schönes und Trauriges habe ich erlebt.

 

Mir ist es wichtig, alles in mein Gebet zu nehmen. Ich danke Gott für das vergangene Jahr und übergebe ihm vertrauensvoll das Schwere und Ungewisse. Ich frage mich dann: Was ist offen geblieben? Muss ich etwas in Ordnung bringen? Was bedarf der Reinigung?

 

Blick nach vorne

Nach dieser Rückschau geht mein Fokus in die Zukunft und ich formuliere Ziele. Manche haben eine persönliche „Bucket List“ mit Dingen, die sie vor ihrem Tod unbedingt tun wollen. Das sind Ziele wie ein Fallschirmsprung oder eine Weltreise, die sich einfach abhaken lassen. Für mich ist eine andere Frage zentral: Was kann ich tun, damit ich immer mehr die Person werde, die ich sein möchte?

 

Es geht nicht um To-Do-Listen, so praktisch diese für den Alltag sind. Ich denke an ein persönliches Ziel, das mich als Mensch weiterbringt. Es genügt ein Ziel, eine Verhaltensänderung oder ein Perspektivenwechsel für das neue Jahr. In jedem von uns ist das Potential dafür da. Ein Zitat des Heiligen Franz von Sales gefällt mir in diesem Zusammenhang:

 

„Unsere Vergangenheit gehört der Barmherzigkeit Gottes,
unsere Zukunft der Vorsehung Gottes und
unsere Gegenwart der Liebe Gottes.“

 

Was hilft dir, das Vergangene zu ernten und dir Ziele für die Zukunft zu setzen?

Peter Rinderer

Ich bin gerne in den Bergen unterwegs, lache viel und lese ein spannendes Buch an einem Abend. Im Herzen bin ich Vorarlberger, liebe das Wiener Großstadtleben und fühle mich in der ganzen Welt zuhause. Mit 19 war ich als Volontär in einem Don Bosco Jugendzentrum in Tijuana/Mexiko, heute bin ich selber Salesianer Don Boscos und engagiere mich als Priester, Religionslehrer, Seelsorger und Sozialarbeiter für junge Menschen.

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