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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

7x effektiver werden: Persönlich und im Studium

Stephen Coveys Bestseller "7 Wege zur Effektivität" ist für Studenten das Arbeitsbuch, um sich "nicht zu verzetteln" und seine Prioritäten in den Griff zu bekommen. Trainerin Heidi Burkhart stellt die sieben Wege vor.

© Heidi Burkhart
 

© Heidi Burkhart

 

Heidi Burkhart war am Gipfel ihrer Geschäftsführungstätigkeit des internationalen Hilfswerks, als sie das Buch „7 Wege zur Effektivität“ von Stephen R. Covey kennengelernt hat. Die promovierte Bildungswissenschaftlerin hat unzählige Ratgeber im Bereich Persönlichkeitsbildung und Management gelesen, Coveys Buch findet sie einzigartig: „Ich kann nichts Vergleichbares Gutes finden.“

 

„The Seven Habits of Highly Effective People“, wie das Buch im englischen Original heißt, hält sich seit über 30 Jahren als Bestseller, wird als eines der bedeutendsten Bücher in der Unternehmensführung und Personalführung gehandelt. Heidi Burkhart überzeugen die „vielen praktischen, kleinen Instrumente und Behelfe“, dank der der Leser damit arbeiten kann. Es sei ein „entwicklungsfähiges, tragfähiges, robustes Framework“, auf dem vieles aufbaut. Der Autor Stephen R. Covey habe viele Führungstheorien und -weisheiten zusammengetragen und zu einem Denksystem zusammengebaut, das einfach und konsistent ist. Längst ist es nicht nur ein einzelnes Buch, sondern Grundlage vieler weiterführender Literatur. Das „Leadership Institute“ ist weltweit verbreitet, auf Basis des Buches wird weiterentwickelt und geforscht. Burkhart ist zertifizierte Trainerin, schult Führungskräfte in der Schule Coveys, aber auch Studenten.

 

Die 7 Wege zur Effektivität für Studenten

Für Studenten ist das weiterführende Buch des Sohnes des Autors, Sean Covey, „Die 7 Wege zur Effektivität für Studenten“  die Grundlage. Die sieben Wege auf Studenten umgelegt beschreibt Burkhart so:



 

1. Proaktiv sein.

Ich muss die Initiative ergreifen, kann nicht die Schuld auf alle anderen schieben, dass in meinem Studium nichts weitergeht. Ich sitz am Kutschbock, hab die Freiheit, selbst zu entscheiden, was ich tun will. Es ist auch eine große Freude zu entdecken, dass ich selbst Verantwortung übernehmen kann.

 

2. Schon am Anfang das Ende im Sinn haben.

Wo will ich überhaupt hin? Ich studiere mehr oder weniger fleißig, ist das die richtige Richtung, will ich da überhaupt bin? Bin ich auf der richtigen Straße? Langfristige Ziele überlegen.


Viele Studenten schreiben für sich ein Leitbild: Welche Vision habe ich von mir, wie will ich sein? Das ist, wie eine Verfassung für den eigenen Staat zu schreiben – besonders für Studenten wichtig, um sich nicht zu verzetteln.

 

3. Das Wichtigste zuerst tun.

Wie setze ich meine Vision um, wie lege ich sie auf 24 Stunden und sieben Tage um? Hier kommt z.B. die Zeitmatrix zum Einsatz. Da finden Studenten schnell heraus, dass sie sich Dingen widmen müssen, die nicht unmittelbar dringend sind, aber in die man Zeit investieren muss. Z.B. gute Beziehungen, Freundschaften, rechtzeitig mitlernen, denken, planen, in gute Erholung investieren. Dies sind Dinge, die heute nicht ‚anbrennen‘, wenn ich mich ihnen aber lange nicht widme, werden sie dringend und ich muss reparieren. Entscheidend ist, in wichtige Dinge zu investieren, die langfristig wertvoll sind.

 

„Die ersten drei Wege sind das Paket, bei dem es um mich selbst geht, wie ich mein Leben auf die Reihe bekomme. Gerade Studenten sind sehr in Gefahr, sich zu verzetteln“, sagt Burkhart. „Wenn das begriffen ist, geht es darum, sich den anderen zu widmen – dafür stehen die weiteren vier Wege:“

 

4. Gewinn/Gewinn-Denken.

Es geht nicht nur um meinen Erfolg, nicht darum zu denken, je besser der andere, desto weniger bleibt für mich. Wichtig ist, großzügig und großherzig zu denken – das Mindset zu haben, es ist für alle genug da.

 

7 Wege zur Effektivität: Synergien schaffen © iStock/MEINPLAN.at
 

Synergien schaffen, das Studium nicht als Einzelkämpfer bewältigen © iStock/MEINPLAN.at

 

5. Erst verstehen, dann verstanden werden.

Die Tugend des Zuhörens ist nicht sehr verbreitet in unserer Gesellschaft. Hier geht es ums Bewusstwerden, wie wichtig das einfühlende Zuhören ist.

 

6. Synergien schaffen.

Kreative Kooperationen eingehen, sich zusammentun, nicht als Einzelkämpfer durchs Studium gehen.

 

7. Metapher „Die Säge schärfen“.

Zeit haben für sich selbst, um sich in allen Dimensionen zu erneuern – physisch, spirituell, mental, sozial, emotional. Das alles gehört mit Zeit bedacht.

 

Praktische Instrumente zum Ausprobieren

Die Zeitmatrix für besseres Zeitmanagement

Ein Klassiker aus dem Buch ist die eine Einführung in die Zeitmatrix.

  • Jede Tätigkeit wird mit zwei Begriffen beschlagwortet: wichtig und/oder dringend.
  • Dementsprechend kann man sie einem der vier Quadranten zuordnen.
  • So erkennt man, dass man sich vielen Dingen widmet, die dringlich sind, aber eigentlich nicht wichtig.

„Dieses einfache Instrument hat schon so vielen Leuten geholfen, sich besser zu fokussieren und Prioritäten für sich selbst zu definieren“, sagt Burkhart. Sie empfiehlt, sich das Diagramm aufzuzeichnen und zu klären: Was mach ich den ganzen Tag?

 

Zeitmanagement nach Stephen Covey © Wikimedia Commons

 

 

 

Grafik von Davidjcmorris via Wikimedia Commons

 

 

Rollenverteilung klären für die richtigen Prioritäten

Überleg dir:

  • Welche Rollen, welche Hauptaufgaben habe ich im Leben?
  • Zu diesen setzt du dir langfristige Ziele, die du Woche für Woche in kleine Unterziele unterteilst und auf diese Weise große Dinge sukzessive umsetzt.

„Oft denken wir, ich hab so viel zu tun und alles ist ein großer Eintopf. Aber wenn man das in Happen teilt – meine Rolle als Studentin, Ehefrau, Mitarbeiterin, Volontärin, ich – und klärt, was meine großen Ziele dafür sind, und mich frage: Wie will ich diese Aufgabe optimal ausführen? So bekomme ich einen Überblick.“

 

Tugenden einüben, die den Charakter stärken

Die englische Bezeichnung „Seven Habits“ kommt von Habitus, der Tugend. In ihrer jetzigen Funktion als Vereinspräsidentin einer katholischen Privatschule in Wien spielen die Tugenden als Grundlage der pädagogischen Arbeit für Burkhart eine Rolle. Jeden Monat üben die Schüler eine „gute Gewohnheit“ ein.

 

Was bei Covey Fundament des Buches ist, beobachtet Burkhart auch am Arbeitsmarkt: „Meine Erfahrung ist, dass in der Wirtschaft mehr und mehr auf den Charakter junger Arbeitnehmer Wert gelegt wird. Ich habe Hunderte Bewerbungsgespräche geführt. Neben der guten akademischen Ausbildung habe ich auf den Charakter geschaut: Ist das jemand, der beim ersten Windstoß umfällt? Ist er konsequent, hat er einen guten Umgang? Das Wort „Tugenden“ kommt im wirtschaftlichen Bereich vermehrt vor. Es ist nichts Braves und Serviles (Unterwürfiges), sondern kommt von taugen/Tauglichkeit.“

 

 
"Meine Erfahrung ist, dass in der Wirtschaft mehr und mehr auf den Charakter junger Arbeitnehmer Wert gelegt wird. Ich habe Hunderte Bewerbungsgespräche geführt. Neben der guten akademischen Ausbildung habe ich auf den Charakter geschaut: Ist das jemand, der beim ersten Windstoß umfällt?"
 

Zeit nehmen, um seine Werte zu klären

Burkhart ist selbst überzeugte Katholikin und betont das positive Menschenbild, auf dem das Buch aufgebaut ist. Zwar sei der Autor Mormone, doch das Buch in keinster Weise religiös angehaucht. „Der Autor war selbst ein eindrucksvoller Mensch, aktiv bis ins hohe Alter. Im Buch „7 Habits“ hat er nicht den Anspruch, religiösen Einfluss zu nehmen. Aber er hat den Anspruch, die Leser wissen zu lassen, sich für das Transzendente – das über das rein Irdische und Materielle hinausgeht – Zeit nehmen zu müssen, sich zu erneuern, Zeit zu haben, um nachzudenken, seine Werte zu klären.“ So sei es kein religiöses Buch, aber eines, das diese Öffnung zulässt.

 

Sich für wichtige Dinge Zeit nehmen

Wie hat Heidi Burkhart in ihrer eigenen Biografie von den Erkenntnissen aus dem Covey-Buch profitiert? Bei großen Zielen und Herausforderungen hab ich mir überlegt: „Will ich das? Trauen wir uns das zu? Ist das gut, ist das richtig? Und wenn ja, was muss ich dafür tun?“ Burkhart haben die „sieben Wege“ bestärkt, nicht zurückzuweichen und die nötige Zeit einzuziehen für das, was wichtig ist. Sie haben sie im Prioritätenbewusstsein und Umsetzungsbewusstsein bestärkt und sie professionalisiert. „Ich habe mir viele Dinge zugetraut, die ich ohne diese ‚Schule‘ nicht gemacht hätte. Auch Umgang mit der Zeit – ich kann strukturiert vorgehen und substantielle Dinge parallel weiterbringen, dazu hat mir die Covey-Schule maßgeblich geholfen.“

 

Buchtipp

Die 7 Wege zur Effektivität für Studenten

Prinzipien für mehr Erfolg im Studium und im Leben

Sean Covey

E-Book (PDF)
€ 6,99 (D) | € 6,99 (A)

Online Bestellen

 

7 Ways Of Highly Effective Teens
Sean Covey

Ebook als Gratis-Download

 

7 Ways Of Highly Effective People
Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg

Stephen R. Covey

GABAL-Verlag

€ 25,60

Online bestellen

 

Nimm dir das Buch als praktischen Behelf vor, den du von vorne nach hinten duracharbeiten kannst. Heidi Burkhart empfiehlt, sich das Buch zu besorgen und selbst zu erarbeiten, die Behelfe sind praktisch und konkret. Anfangs geht es stark darum, für sein Leben Prioritäten zu definieren und dafür Zeit anzusetzen. Was will ich erreichen? Vielleicht muss ich manches eliminieren, weil ich damit Zeit verliere. Oder es gibt Dinge, die ich belichten sollte und für die ich mir konsequent Zeit im Kalender freischaufeln sollte.

 

Zur Person

Heidi Burkhart ist zertifizierte Trainerin des FranklinCovey Leadership Institutes. 25 Jahre lang war sie Geschäftsführerin von Hilfswerk International, heute ist sie selbstständige Trainerin, Coach und Consultant und Präsidentin der STELLA International School in Wien.

Lucia Steindl

Nachdem ich drei Jahre lang die Blogger von meinefamilie.at begleiten durfte, war ich Ansprechpartnerin für alle, die MEINPLAN.at inhaltlich mitgestalten – bis mit der Familiengründung eine neue Herausforderung begann. Mit einer journalistischen und pädagogischen Ausbildung im Gepäck bin ich vor allem begeisterte Leserin, Lektorin und immer auf der Suche nach inspirierenden Geschichten.

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