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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Ein Plädoyer für die Nächstenliebe

In Zeiten einer Pandemie und gesellschaftlicher Spaltung wichtiger denn je: etwas für andere zu tun. Ein Aufruf, mit kleinen Taten der Liebe einfach anzufangen.

„Aint it time we love the stranger? They’re just a friend you ain’t made yet.” singt Bon Jovi in 'Do What You Can' 2020 (kleiner Musiktipp am Rande):



 

Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken zum Thema Nächstenliebe gemacht. Egal, ob im Bezug auf die Coronapandemie, Terror oder gar die Präsidentschaftswahlen in den USA. Immer scheint mir der Kern der Probleme, vor denen diese Welt steht, vor allem eines zu sein: eine Spaltung in zwei Gruppen, die vor allem aus daraus entsteht, dass uns die Nächstenliebe fehlt.

 

Dabei sollte doch gerade Nächstenliebe ein zentrales Fundament unserer christlich geprägten Gesellschaft sein. 

 

 
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Lev 19, 18), so steht es in der Bibel. 
 
 

Ist es nicht unsere Aufgabe als Christen auf andere zuzugehen, zu helfen wo Hilfe benötigt wird und uns solidarisch zu zeigen? Fordert uns nicht nur unser Hausverstand, sondern auch unser Glaube uns geradezu zur Nächstenliebe auf?

 

Einschränkungen nur dort, wo es mich nicht trifft?

Sieht man sich die Welt jedoch an, hat man das Gefühl, dass es mit der Nächstenliebe nicht allzu weit her ist. Wer kennt sie nicht, die täglichen Wiedersprüche wie:

  • Erneuerbare Energien sind großartig, aber sobald das Windrad in meiner Nachbarschaft steht, dann geht das überhaupt nicht mehr.
  • Oder: Ich halte die Coronaregeln schon für sinnvoll, aber wehe, sie schränken eines meiner Hobbys ein, dann sind sie plötzlich Mist.

Immer mehr Menschen vergraben sich in sich selbst, in ihren Interessen, ihren Vorlieben, ihrem Glauben und ihrer Meinung, krallen sich regelrecht daran fest und blenden den Rest der Welt aus.

 

Wir brauchen Zusammenhalt

Natürlich gibt es auch die andere Seite der Münze. Der Terroranschlag in Wien hat das wieder deutlich gezeigt. In einer Extremsituation wie dieser stehen die Menschen zusammen, man fühlt mit, mit den Opfern und ihren Familien, den Wienern, ja, sogar der Stadt selbst. 

 

Aber genau dieses Mitgefühl, diesen Zusammenhalt, diese Solidarität ist es, die wir nicht nur in Extremsituationen brauchen. Die gilt es, auch nach dem Terroranschlag, nach der Pandemie, nach der Wahl in den Alltag zu retten. Nächstenliebe darf sich nicht nur auf Extremsituationen beschränken. 

 

Eine christliche Grundhaltung

Nächstenliebe © iStock/MEINPLAN.at
 

Nächstenliebe muss weder laut noch Insta-tauglich sein. ©  iStock/MEINPLAN.at

 

Ich bin der festen Überzeugung, wer sich Christ nennt und seine Religion ernsthaft und voll ausleben möchte, der soll nicht nur, sondern MUSS Nächstenliebe jeden einzelnen Tag leben. Im Kleinen wie im Großen. 

 

Nächstenliebe leben muss nicht laut sein, sie muss nicht Instagram-tauglich sein und sie ordnet sich auch keiner politischen Richtung zu. Sie beginnt mit einem freundlichen ‚Guten Morgen‘ an die Nachbarn, mit einem Gebet, nicht nur für jene die uns wichtig sind, sondern auch für jene, die es gerade schwer haben, aber uns gänzlich fremd sind. 

 

Nächstenliebe statt Trennung

Nächstenliebe beginnt mit einer ausgestreckten Hand, die auch denjenigen wieder aufhilft, die nicht unserer Meinung sind. Polarisierung und Trennung entlang von Partei-, Idelogie- oder Religionslinien haben uns noch nie weiter gebracht auf dieser Welt. Nächstenliebe und Kompromisse dagegen schon. 

 

Und ja, es ist immer einfach, die Moralkeule zu schwingen, wenn man vor einer Tastatur sitzt und die Worte nur auf ein weißes Blatt Papier bringen muss. Wenn gerade niemand da ist, um den eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Auch Nächstenliebe ist nicht die einfache Antwort auf die großen Fragen unserer Welt. Aber gerade das ist ja das Schöne an der Nächstenliebe: das, was wir zurückbekommen, ist die Mühe allemal wert.

Nina Gaßner

Mein Name ist Nina und ich studiere Kommunikationswissenschaft an der Uni Salzburg. Ich habe immer ein bisschen Farbe in den Haaren, höre Musik mit lauten Gitarre und guten Lyrics und glaube fest daran, dass es da oben jemand gibt, der auf mich aufpasst. Vor zweieinhalb Jahren bin ich aus Norden über die Alpen nach Salzburg gekommen und habe hier in der Mozartstadt meine zweite Heimat gefunden.

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