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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

4 Dinge, die wir in Krisenzeiten lernen

2020 mag ein Krisenjahr für unsere Gesellschaft sein. Doch wir profitieren auch davon. Eine Chance, sich manches bewusst zu machen.

2020 ist anstrengend. WIRKLICH anstrengend. Da sind wir uns wohl alle einig. Während des Sommers, als wir die erste Welle der Pandemie überstanden hatten, dachten wir, dass das Schlimmste vorbei wäre. Doch dann kam der Herbst und mit ihm Welle Nr. 2. Wie von den meisten Expertinnen und Experten vorhergesagt, schlägt sie, zumindest in Sachen Fallzahlen, gerade um einiges härter zu als die erste Welle im Frühjahr und so langsam, aber sicher verstärkt sich das Gefühl der Ohnmacht gegenüber der Pandemie. Die kleinen und wichtigen Dinge, die wir tun können (Hände waschen, Herrschaften!), scheinen viel zu klein gegenüber der Wucht, die die Pandemie entwickelt hat. 

 

Und trotz allem gibt es Dinge, die wir aus dieser Situation lernen können.

 

 
Es kann gut sein, dass es nur mir als unverbesserlicher Optimistin so geht, aber ich glaube, dass wir in diesem anstrengenden Jahr Dinge gelernt haben, die uns und vielleicht auch unsere Gesellschaft ein bisschen besser machen.
 
 

Vier davon möchte ich euch heute vorstellen.

 

Zusammenhalten

Zusammenhalt ist meiner Meinung nach ein Wert, der viel zu viel unterschätzt wird. Klar – in einer normalen Situation, wenn das Leben so vor sich hin tröpfelt, ist gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht so von Nöten, wie in einer Krisensituation. 

 

Warum eigentlich? Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann das alltägliche Leben verbessern. Warum nicht auch nach der Pandemie (lieber Gott, lass es bald sein), weiterhin für das ältere Paar nebenan einkaufen, warum sich nicht weiterhin öfter bei Verwandeten melden, warum sich nicht weiter für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften engagieren? Zusammenhalt tut unserer Gesellschaft gut. Egal wann, egal wo, egal wie.

 

Wir halten viel mehr aus, als wir denken

Noch im März waren wir uns fast alle einig. Schlimmer kann das alles nicht mehr werden, viel mehr hält dieses Land, hält diese Welt nicht aus. Jetzt, sieben Monate später, hat uns COVID-19 gezeigt: Es geht immer schlimmer. Aber gleichzeitig habe zumindest ich das Gefühl, das uns die Krise irgendwie belastbarer gemacht hat. Ich weiß, es klingt im Zeitalter von Verschwörungsextremisten und „Anti-Corona-Demos“ ein bisschen verrückt, aber ich glaube fest daran, dass ein überwiegender Teil der Gesellschaft verstanden hat: Wir müssen da jetzt einfach durch. 

 

Dankbarkeit

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn mir diese Situation etwas vor Augen geführt hat, dann ist es die Tatsache, dass ich unglaublich privilegiert bin. Ich lebe in einem Land, in dem es ein vernünftiges Gesundheitssystem gibt, in dem es eine Regierung gibt, mit der ich in vielen Punkten zwar nicht übereinstimme, die aber den Ernst der Lage erkannt hat und ich musste mich (noch) nicht arbeitslos melden. Meine Universität hat es relativ gut hinbekommen, den Unterricht online durchzuführen und selbst wenn ich in den nächsten Wochen oder Monaten meine Arbeit verlieren sollte, habe ich eine Familie, auf die ich mich immer verlassen kann. All das ist mir erst durch die Pandemie wieder so richtig klar geworden.

 

Solidarität existiert

Manchmal möchte man den Glauben an die Menschheit verlieren. Rassismus, soziale Ungerechtigkeit, Mobbing und Ausgrenzung – es ist zum Mäusemelken. Aber auch das hat uns COVID gelehrt: Wenn es drauf ankommt, ist die Mehrheit der Menschen immer noch solidarisch. Egal, wie sehr es manchmal nach dem Gegenteil aussieht.

Nina Gaßner

Mein Name ist Nina und ich studiere Kommunikationswissenschaft an der Uni Salzburg. Ich habe immer ein bisschen Farbe in den Haaren, höre Musik mit lauten Gitarre und guten Lyrics und glaube fest daran, dass es da oben jemand gibt, der auf mich aufpasst. Vor zweieinhalb Jahren bin ich aus Norden über die Alpen nach Salzburg gekommen und habe hier in der Mozartstadt meine zweite Heimat gefunden.

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