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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

5 Tipps, wie du richtig zuhörst

Gut zuhören zu können ist sowohl privat als auch beruflich eine oft unterschätzte Fähigkeit. Es gehört viel mehr dazu, als nur ruhig zu sein, wenn jemand anderer spricht.

Ich denke, wenn die meisten von uns spontan eine Liste schreiben müssten mit fünf Dingen, die sie in den nächsten Jahren lernen wollen, wäre Zuhören bei den Wenigsten auf dieser Liste enthalten. Öfter enthalten wäre vielleicht: „Ich möchte lernen, mehr auf andere Leute zuzugehen“ , „Ich möchte selbstbewusster werden“ oder „Ich möchte eine neue Sprache lernen.“ Zuhören ist eine Fähigkeit, die oft unterschätzt wird und um die wir uns viel zu wenig bemühen.

 

Denn richtiges, aktives Zuhören kann unsere alltäglichen Interaktionen stark verändern. Ob mit Freunden oder beim Smalltalk, du wirst viel mehr über dein Gegenüber erfahren. Du wirst merken, viele Menschen sehnen sich geradezu nach jemandem, der ihnen wirklich zuhört und geben auf einmal erstaunlich persönliche Dinge von sich preis. Auch du selbst wirst dadurch als sehr angenehmer Mensch empfunden, bei dem man sich wohl und wertgeschätzt fühlt. Und nicht zuletzt ist aktives Zuhören auch in quasi allen Berufen, die mit Menschen zu tun haben, eine sehr wichtige Qualifikation, die es sich lohnt zu lernen.

 

Echtes Zuhören ist mehr als nur den Mund halten.
 
 

Oft denken wir, wir hören zu, wenn wir ruhig sind, wenn eine andere Person redet und wir sie nicht unterbrechen. Aber echtes Zuhören heißt mehr als nur den Mund halten.

 

Zuhören können: eine unterschätzte Fähigkeit © Unsplash/MEINPLAN.at
 

Zuhören: eine unterschätzte Fähigkeit. © Kenan Buhic on Unsplash

 
Wirklich zuhören heißt, sein Gegenüber zu verstehen und das auch zu vermitteln. Echte Zuhörer regen ihre Gesprächspartner an, sich tiefer mit ihren Erzählungen auseinanderzusetzen und neue Perspektiven einzunehmen. Richtiges Zuhören ist eine aktive Tätigkeit und erfordert völlige Gegenwart des Geistes im Augenblick.

 

Meine Tipps für dich beziehen sich eher auf das Zuhören im privaten Bereich, manche Aspekte sind aber in Gesprächen jeglicher Art wichtig.

 

#1 Üben, Üben, Üben!

Ein guter Zuhörer fällt nicht vom Himmel. Es braucht viel Übung, die Aufmerksamkeit in einem Gespräch wirklich auf das Gegenüber zu fokussieren.

 

Mache dir am besten vor jedem Gespräch mit deinen Freunden und jedem Smalltalk mit einem Kollegen deinen Vorsatz, echt und aufmerksam zuzuhören, bewusst.

 

Du wirst am Anfang erstaunt sein, wie schnell es geht, dass die Gedanken abdriften. Vor allem, wenn es dich eigentlich gar nicht interessiert, was dein Gegenüber erzählt, kann Zuhören eine echte Herausforderung sein.

 

Vielleicht kennst du es auch, dass dir ein Freund oder eine Freundin etwas erzählt und dir eine eigene Geschichte dazu einfällt, die du unbedingt erzählen musst. Und schon suchst du, statt zuzuhören, nur nach der passenden Gelegenheit, deine eigene Story anzubringen.

 

Natürlich ist es nicht falsch, auch etwas von dir zu erzählen. Aber pass auf, dass du der anderen Person dadurch nicht vorschnell das Wort abschneidest. Und gerade, wenn dir ein Freund oder eine Freundin etwas sehr Persönliches von sich erzählt, würde ich mich eher zurückhalten, das Gespräch gleich wieder auf mich zu lenken.

 

 

 
 
 

#2 Achte auf deine nonverbale KommuniKATION

Richtig zuhören lernen © iStock/MEINPLAN.at
 

Die Körperhaltung macht den Unterschied © iStockphoto.com/MEINPLAN.at

 

Wenn du selbst weniger sagst, ist es umso wichtiger, wie du nonverbal kommunizierst. Du wirst wahrscheinlich nicht das Gefühl haben, dass dir eine andere Person wirklich zuhört, wenn sie nebenbei noch etwas arbeitet, auf ihr Handy schaut oder dich nicht einmal wirklich anschaut.

 

Es klingt eigentlich selbstverständlich, solche Verhaltensweisen in einem Gespräch zu unterlassen, aber trotzdem möchte ich es extra betonen. Wenn du dich mit jemandem unterhältst, wende dich der anderen Person auch körperlich zu, nimm Blickkontakt auf und lass alle anderen Tätigkeiten beiseite, die dich davon abhalten, deine Aufmerksamkeit voll auf dein Gegenüber zu fokussieren.

 

#3 Signalisiere Verständnis und Interesse

Damit Menschen sich in deiner Gegenwart wirklich öffnen können und wollen, ist es wichtig, dass du ihnen echtes Verständnis und Interesse entgegenbringst. Ich versuche mir zu vergegenwärtigen, dass ich mich jetzt für die andere Person interessiere. Wenn ich wirkliches Interesse an jemandem habe, dann interessiert mich, was diese Person beschäftigt, auch wenn ich das Thema selbst nicht so spannend finde.

 

Scheue dich niemals auch nachzufragen, wenn du dir nicht sicher bist, etwas richtig verstanden zu haben.  Sehr viele Kommunikationscoaches empfehlen auch beim Zuhören regelmäßig in eigenen Worten zu wiederholen, was gesagt wurde, um sicherzugehen, dass man es richtig aufgefasst hat.

 

Wenn du meinst, den anderen verstanden zu haben, ist ein Nicken und ein „Mhm“ oft zu wenig. Das kann jeder viel zu schnell faken. Sag klar und ehrlich: „Ja, das kann ich gut verstehen.“  Noch besser ist, die Gefühle deines Gegenübers zu benennen: „Oje. Das muss echt enttäuschend für dich gewesen sein, dass Melanie so etwas über dich erzählt hat.“

 

Es gibt aber auch Situationen, in denen wir uns nicht anmaßen sollten, den anderen zu verstehen. Gerade wenn es um Themen wie Tod, schwere Krankheiten und traumatische Erfahrungen geht, kann man sich einfach nicht vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Statt Verständnis zu heucheln, würde ich eher Fragen stellen oder versuchen, dem anderen Hilfe anzubieten.

 

#4 Locke mehr aus deinem Gesprächspartner heraus

Vielleicht kennst du auch diese Personen, die auf alle Probleme immer gleich eine Lösung wissen und dich gleich mal mit einer Fülle an Ratschlägen konfrontieren. Das kann auf Dauer ganz schön nervig sein. Besser ist es, die andere Person durch gezieltes Fragen herauszufordern und dazu zu bringen die Situation oder ihre eigenen Gefühle und Ansichten tiefer zu analysieren oder neu zu betrachten. „Warum bist du dieser Meinung?“, „Wieso glaubst du, hat XY das gemacht?“, „Würde es dir besser gehen, wenn das oder das der Fall wäre?“

 

Ich persönlich konfrontiere Menschen auch gerne mit gegenteiligen Meinungen und Argumenten, die ich von anderen gehört oder irgendwo gelesen habe und schaue, wie sie reagieren.

 

Falls du manchmal doch meinst, die ultimative Lösung zu wissen und deine Meinung einfach nicht für dich behalten kannst, frage vorher nach, ob dein Gegenüber sie wirklich hören will.

 

#5 Lerne, dich selbst zurückzunehmen

Viele Menschen reden eigentlich sehr gerne über sich selbst und werden, wenn sie einen aufrichtigen Zuhörer gefunden haben, sehr schnell und ausführlich ihre Erlebnisse, Probleme und Erfahrungen schildern.

 

Wenn du dich im echten Zuhören üben willst, stell dich darauf ein, dass dein Gegenüber möglicherweise kein guter Zuhörer ist. Du wirst in Gesprächen weniger zum Zug kommen, deine eigenen Geschichten zu erzählen und wirst oft unterbrochen werden.

 

Vielleicht wäre das auch eine gute Möglichkeit herauszufinden, wer sich wirklich für dich interessiert. Denn echte Freunde werden auch wissen wollen, wie es dir geht und was dich bewegt.

Edith Hechtberger

Auch wenn ich ursprünglich aus Niederösterreich bin, fühle ich mich eigentlich an meinem Wohn- und Studienort Wien zuhause. Neben meinem Psychologiestudium engagiere ich mich für Umweltschutz, sportel und lese gerne oder bin auf der Suche nach neuen kreativen Ideen, die ich umsetzen kann.

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