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Abenteuer Leben. Studium. Beruf. © Sarah Staber & Stephanie Briegl / MEINPLAN.at

Mein Ostern in Quarantäne

Edith verbringt ihr Osterfest heuer gar nicht wie geplant. Wie sie es geschafft hat, trotzdem das Beste aus der Situation zu machen.

Manchmal machen wir uns viele Gedanken über eine Sache, wägen sorgfältig unsere Möglichkeiten und das Für und Wider ab und dann kommt auf einmal alles ganz anders.

 

Genau das ist mir dieses Jahr in meiner Osterplanung passiert. Ich bin momentan seit gut eineinhalb Monaten in Italien bei einer Familie, die ich online auf Workaway (ich werde noch einen Blogpost darüber verfassen, was das genau ist) kennengelernt habe. Eigentlich fühle ich mich bei ihnen sehr wohl. Sie haben mich sofort ins Herz geschlossen und mich als Teil der Familie in ihr Haus aufgenommen. Da ich eigentlich vorhatte, nur bis Ende März zu bleiben, habe ich natürlich angefangen zu überlegen, ob ich noch über Ostern bleiben soll oder lieber zu meiner echten Familie nach Österreich zurückkehre. 

 

 
 

Ich habe mir wirklich lange den Kopf zerbrochen, aber dann hat das Schicksal die Entscheidung für mich getroffen. Der Vater der Familie wurde bei einem Covid-Test in der Arbeit positiv getestet und auch die Mutter zeigte bald darauf Corona-Symptome und wurde nach einem positiven Schnelltest in Quarantäne geschickt. Für mich als Mitbewohnerin bedeutete das natürlich auch mindestens zwei Wochen Quarantäne und, dass ich sicher nicht vor Ostern zu meiner Familie zurückkehren kann.

 

Isoliert von allen anderen

Nachdem mein Covid-Test aber erstaunlicherweise negativ war, wurde es noch schlimmer. Um mich nicht anzustecken, muss ich mich jetzt von der Familie isolieren. Mein Zimmer verlasse ich nur noch mit FFP2-Maske, alles wird konstant desinfiziert und meine Mahlzeiten muss ich auf einem Extra-Tisch einnehmen.

 

So habe ich mir mein Ostern sicher nicht vorgestellt und in den ersten Tagen war ich einfach nur wütend, traurig und verzweifelt durch die Unsicherheit und Perspektivenlosigkeit dieser ganzen Covid-Situation. Am liebsten wollte ich nur den ganzen Tag alleine in meinem Zimmer sein, um mit all den widersprüchlichen Emotionen klarzukommen, die auf mich einstürmten.

 

 
So habe ich mir mein Ostern sicher nicht vorgestellt und in den ersten Tagen war ich einfach nur wütend, traurig und verzweifelt durch die Unsicherheit und Perspektivenlosigkeit dieser ganzen Covid-Situation.
 
 

Aber zum Glück liegt es in der Natur von Emotionen, dass sie zeitlich begrenzt sind. Ein ehrliches Gespräch mit meiner Gastmutter, ein Buch und ein Telefonat mit meiner weisen Schwester haben mir geholfen zu verstehen, dass ich mir mit dieser Negativität diese Zeit nur selbst ruiniere und wie wichtig es eigentlich ist, dass ich diese Zeitspanne mit der Familie, die ich ja eigentlich total gerne habe, voll und ganz lebe.

 

Viele Menschen haben wir nur eine kurze Zeit in unserem Leben

Denn eine Sache, die ich durch meine Reisen gelernt habe, ist, dass viele Menschen nur für eine gewisse Zeit in unser Leben treten bevor sie wieder getrennt von uns sind. Ob und wann man sich wiedersieht bleibt oft unklar. Daher ist es umso wichtiger, mit dem Kopf nicht immer in der Zukunft zu sein, Pläne zu schmieden oder an all die Menschen, die man ja noch gerne treffen würde zu denken, sondern im Jetzt da zu sein. Eigentlich bin ich wirklich froh diese Familie kennengelernt zu haben und sie ist sicherlich eine Bereicherung für mein Leben, aber wenn ich in Gedanken schon ganz woanders bin, kann sie mein Leben nur schwer bereichern.

 

Letztendlich habe ich akzeptiert, dass die Situation so ist wie sie ist. Das Schicksal wollte, dass diese Familie während dieser Osterzeit mein Nächster ist und ich habe beschlossen, jetzt einfach dankbar sein für jeden Tag, den ich mit ihnen verbringen kann.

 

Wir versuchen, trotz allem viele schöne Sachen zu machen. Wir essen im Garten auf der Wiese mit Distanz, basteln mit Distanz und abends machen wir ein Lagerfeuer, sodass wir auch das Abendessen draußen einnehmen können, wo die Ansteckungsgefahr niedriger ist.

 

Verbringst auch du dein Ostern anders als gewünscht?

Vielleicht verbringst du dieses Osterfest auch getrennt von deiner Familie oder zumindest nicht so und mit all den Menschen, mit denen du es gerne verbringen würdest. Es geht heuer, wie auch schon letztes Jahr, vielen Menschen so.

 

Was ich mit meiner Geschichte aber sagen möchte, ist, dass wir uns auch in solchen schwierigen Situationen entscheiden können, glücklich zu sein und uns auf die positiven Dinge und die Menschen, die jetzt gerade um uns herum sind, zu fokussieren.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein frohes Osterfest, mit wem und wo auch immer ihr es verbringen werdet!

 
Edith Hechtberger

Auch wenn ich ursprünglich aus Niederösterreich bin, fühle ich mich eigentlich an meinem Wohn- und Studienort Wien zuhause. Neben meinem Psychologiestudium engagiere ich mich für Umweltschutz, sportel und lese gerne oder bin auf der Suche nach neuen kreativen Ideen, die ich umsetzen kann.

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